Egal ob nach Murgängen, Hochwasserereignissen oder achtlos weggeworfenen Müll: Südtirols Flüsse treiben tagtäglich Unmengen an Material mit sich. Dass dieses nicht einfach weiter flussabwärts treibt, ist unter anderem den Wehranlagen zu verdanken. Die dort installierten Schutz- und Abfanggitter halten das vom Wasser mitgeführte Material zurück, schützen Anlagen und Maschinen und ermöglichen dessen kontrollierte Sammlung und Entfernung. <BR /><BR />Wie viel in diesem Filtersystem zusammenkommt, zeigt die Bilanz für das Jahr 2025: Rund 756 Tonnen Material wurden an den Wehr- und Stauanlagen der Alperia-Wasserkraftwerke aus dem Wasser geholt. Das entspricht etwa 40 voll beladenen Lkw oder durchschnittlich mehr als drei Lkw-Ladungen pro Monat. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1352004_image" /></div> <BR /><BR />Besonders viel Material sammelt sich dabei an einigen wenigen Stellen. Allein an den drei Wehranlagen an der Töll, in Villnöss und in Laas wurden rund drei Viertel der gesamten Jahresmenge abgefangen (siehe Grafik oben). Die Anlage an der Etsch in Töll steht dabei mit knapp 240 Tonnen an der Spitze, gefolgt von Villnöss mit rund 199 Tonnen und Laas mit rund 136 Tonnen. Spitzenreiter unter den Flüssen ist die Etsch: Rund 376 Tonnen Material wurden dort im vergangenen Jahr abgefangen – fast die Hälfte der gesamten Menge. Dicht dahinter folgt der Eisack mit rund 350 Tonnen bzw. 46,25 Prozent. Deutlich weniger Material wurde an der Rienz mit rund 27,4 Tonnen (3,61 Prozent) und an der Drau mit rund 3,4 Tonnen (0,45 Prozent) gesammelt.<BR /><BR />Wer bei diesen Mengen vor allem an Plastik und anderen Müll denkt, liegt weit daneben: 95 Prozent der Gesamtmenge besteht aus natürlichem Pflanzenmaterial wie Blättern, Ästen, Baumstämmen und Holz, das aus Wäldern und Naturräumen entlang der Gewässer stammt. Die restlichen fünf Prozent, rund 37 Tonnen, entfallen hingegen auf vom Menschen verursachte Abfälle unterschiedlichster Art. Dazu zählen unter anderem Plastikflaschen, Plastiktüten, Nylon, Reifen, Kanister sowie weitere kuriose Gegenstände wie Kühlschränke oder ganze Kücheneinrichtungen, die regelmäßig in Flüssen und Bächen landen.<h3> Material wird entsorgt oder recycelt</h3>Was danach passiert, hängt davon ab, was in den Gittern steckt. Sämtliches Material werde jedenfalls gemäß den geltenden gesetzlichen Bestimmungen behandelt und je nach Art an autorisierte Fachbetriebe zur Verwertung, zum Recycling oder zur endgültigen Entsorgung übergeben, heißt es vonseiten der Alperia-Gruppe. Das von den Rechen zurückgehaltene Holz- und Pflanzenmaterial wird etwa gesammelt, zerkleinert und für die Kompostierung verwendet. Schlamm hingegen ist nicht in den angegebenen Mengen enthalten, da er von den Rechen der Wasserentnahmeanlagen nicht aufgefangen werden kann. Entfernt werden könne dieser nur im Rahmen außerordentlicher Maßnahmen durch Entsandung oder mechanische Entfernung.