Sonntag, 23. Juni 2019

8 Schafe am Penser Joch gerissen

Seit Donnerstag Nacht sind am Penser Joch insgesamt 8 Schafe gerissen worden. Darunter auch ein Schaf, das mit 2 Lämmern trächtig war.

Seit Donnerstag Nacht sind am Penser Joch insgesamt 8 Schafe gerissen worden.
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Seit Donnerstag Nacht sind am Penser Joch insgesamt 8 Schafe gerissen worden.

Ein betroffener Bauer, Stefan Matha aus Wengen, hat Fotos der getöteten Tiere auf Facebook gepostet: „Ich habe am Donnerstag 3 meiner Schafe tot aufgefunden, als ich nach ihnen sehen wollte. Nennt man das Sommerfrische?“, fragt er.

Bei der Penser Joch Alm neben dem Gehweg vom Penser Joch in Richtung Sarntaler Weißhorn sind in den letzten 3 Tagen 8 Schafe gerissen worden. Darunter auch 3 Lämmer und ein Schaf, das mit 2 Lämmern trächtig war.

8 Risse innerhalb von 3 Nächten

Wer die Gegend kenne, der wüsste laut Matha, wie schwierig hier Schutzmaßnahmen wie Weideschutzzäune seien. „Es ist so schade, unsere Schafe hätten hier einen wunderschönen Sommer haben können. Jetzt werden wir sie wohl am Montag von der Alm treiben“, sagt der Bauer. Am Penser Joch seien nun 3 Nächte in Folge Schafe gerissen worden.

In der Nacht auf Donnerstag 3, in der Nacht auf Freitag 4 und in der Nacht auf Samstag eines – trotz Anwesenheit eines Hirten. „Wir haben das gemeldet, aber es ändert sich ja sowieso nichts. Nur, wenn der Wolf verschwindet“, ist Matha überzeugt.

Der Landtagsabgeordnete und ehemalige Sarner Bürgermeister, Franz Locher, war am Samstag auf der Alm, um sich vor Ort ein Bild zu machen. „Ich habe selbst 3 Tiere in dieser Gegend. Die Situation ist wirklich nicht mehr schön. Das ist ja unglaublich, wenn jetzt sogar den trächtigen Tieren die Lämmer aus dem Bauch gerissen werden“, so der Landtagsabgeordnete. Er hofft, dass sich die Situation endlich ändert.

Luigi Spagnolli vom Amt für Jagd und Fischerei bedauerte, dass die Risse so spät gemeldet wurden: „Erst am Morgen haben wir davon erfahren. Besonders, weil es geregnet hat, ist es nicht mehr möglich, die Risse dem Wolf zuzuschreiben.“ Es sei jedoch denkbar. Er rät den Bauern, Risse schnell zu melden. „Nur dann können wir unsere Arbeit richtig machen.“

Schießen, Schaufeln und Schweigen

Der Revierleiter des Jagdreviers Sarntal, Günther Peter Spiess, beklagt derweil den steigenden Druck auf die Jägerschaft: „Das Handy klingelt ständig. Bauernvertreter und sogar Gemeindevertreter bitten um unsere Unterstützung“, sagt er. Die Jägerschaft müsse laut deren Aussage Südtirol wolffrei halten. Immer wieder profitierten die Jäger ja auch von den Bauern, in deren Wäldern und Wiesen sie sich bewegen. „Doch uns sind die Hände gebunden. Wir können doch niemandem raten, eine Straftat zu begehen“, sagt er. Bei vielen Bauern herrsche schon jetzt heimlich „der Grundsatz der drei S“ – Schießen, Schaufeln und Schweigen: „Derzeit für viele die einzige realistische Lösung.“

Z/ast

stol