Montag, 17. Juni 2019

800 Infizierte: HIV-Situation in Südtirol stabil

In Südtirol gibt es etwa 800 HIV-Infizierte. Pro Jahr werden etwa 15 bis 20 Neudiagnosen gestellt, erklärt Dr. Elke Maria Erne, Primaria der Abteilung für Infektionskrankheiten im Krankenhaus Bozen im Interview mit STOL.

In Südtirol gibt es etwa 800 HIV-Infizierte. - Foto: APA/DPA
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In Südtirol gibt es etwa 800 HIV-Infizierte. - Foto: APA/DPA

Die 800 HIV-Infizierten in Südtirol werden sehr gut betreut und haben Zugang zu den neuesten Medikamenten, so Dr. Erne weiter.

Schnelltests

Im Sanitätsbetrieb werden pro Jahr etwa 300 anonyme Schnelltests durchgeführt , beim Verein Propositiv in etwa 700. Das Ergebnis erhält man schon nach 30 Minuten.

Sexuell übertragbare Krankheiten nehmen nicht generell zu, dennoch werden Geschlechtskrankheiten bei jüngeren Leuten häufiger diagnostiziert. Laut Erne hänge das damit zusammen, dass die Jüngeren keine Angst mehr vor den Krankheiten hätten, da sie wissen, dass die Krankheiten mit den entsprechenden Medikamenten gut heilbar seien. 

Präventionstherapien

Wenn ein Patient regelmäßig seine Therapie anwendet und nach mehr als 6 Monate seine Viruslast nicht mehr nachweisbar ist, kann man davon ausgehen, dass er diesen Virus über sexuelle Kontakte nicht mehr weitergeben kann.

Es gibt außerdem ein schützendes Medikament, dass man schon im Vorfeld einnehmen kann ohne HIV-Träger zu sein und ohne sich anzustecken. Wie Erne erklärt handelt es sich dabei um die sogenannte präexpositionelle Prophylaxe (PrEP). Der Sanitätsbetrieb bietet diese Therapie auch an. Zielgruppe sind Leute, die häufig ungeschützten Sexualkontakt haben.

stol

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