Montag, 26. Februar 2018

8100 Kinder im Straßenverkehr seit 2010 gestorben

Mehr als 8100 Kinder sind einer neuen Studie zufolge in den vergangenen 10 Jahren auf Europas Straßen ums Leben gekommen. Jedes zweite von ihnen saß demnach in einem Auto, ein Drittel war zu Fuß und 13 Prozent waren mit dem Rad unterwegs. Die Zahlen legte der Europäische Verkehrssicherheitsrat ETSC am Montag in Brüssel vor.

Ein Problem sind laut den Studien auch fehlende oder nicht passende Kindersitze.
Ein Problem sind laut den Studien auch fehlende oder nicht passende Kindersitze. - Foto: © APA

In der Vergleichsperiode wurde bei insgesamt 22 untersuchten Staaten aber auch ein jährlicher Rückgang an tödlichen Unfällen von durchschnittlich 7,3 Prozent verzeichnet. Für Österreich liegt in der Studie kein Vergleichswert vor, da die Unfalldatenaufzeichnung seit 2012 mit einer anderen Erhebungsmethode erfolgt und die Kategorien daher nicht ohne weiteres vergleichbar sind.

Die Organisation verlangte zusätzliche Sicherheitstechnik für Autos, darunter eine automatische Geschwindigkeitsdrosselung und Systeme zur automatischen Notfallbremsung. Solche intelligente und preiswerte Technik könne für den Schutz von Kindern so wichtig werden wie der Sicherheitsgurt, erklärte ETSC-Direktor Antonio Avenoso.

Auch fehlende oder nicht passende Kindersitze ein Problem 

Der neue Bericht zeige auch, dass fehlende oder nicht passende Kindersitze in der Europäischen Union ein Problem blieben. Eltern sollten besser aufgeklärt und Kindersitze mit vergünstigten Mehrwertsteuersätzen belegt werden, forderte die Organisation. Das sei unter EU-Recht möglich, werde aber bisher nur von Kroatien, Zypern, Polen, Portugal und Großbritannien genutzt.

Darüber hinaus sollten die EU-Länder in Gebieten mit vielen Fußgängern und Radfahrer sowie an Schulen mehr Tempo-30-Zonen einführen und die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung auch überwachen, forderte der ETSC. Das ist eine 1993 gemeinnützige Organisation, die sich als Ratgeber der EU-Kommission, des EU-Parlaments und der EU-Länder versteht. Sie erwartet für den 2. Mai Vorschläge der EU-Kommission für neue Sicherheitsvorschriften für Fahrzeuge.

apa/dpa 

stol