Aus ursprünglich zehn geplanten Gemeinschaftshäusern sind mittlerweile zwölf geworden: Laut Sanitätsbetrieb handelt es sich dabei um jeweils sechs sogenannte „Spokes“ (Leifers, Naturns, Klausen, Sterzing, Innichen und Mals) und sechs sogenannte „Hubs“ (Bozen 1, Bozen 2, Meran, Brixen, Bruneck und Neumarkt). Erstere sind sozusagen die kleinen Schwestern der letzteren. In den Gemeinschafshäusern ist beispielsweise neben Basisdiagnostikdiensten und Fachärzten u. a. ein ärztlicher Bereitschaftsdienst vorgesehen, den Südtirols Allgemeinmediziner abdecken sollen. Für die großen „Hubs“ sieben Tage die Woche rund um die Uhr, für die kleineren „Spokes“ sechs Tage in der Woche (Montag bis Samstag) für jeweils zwölf Stunden (8 bis 20 Uhr). Grob gerechnet kommt man auf 75.000 Stunden, die somit dafür abzudecken sind. „Hinzukommen noch Stunden für den sogenannten mobilen Dienst sprich Hausbesuche“, erklärt Ressortdirektor Michael Mayr, der summa summarum damit auf 87.000 Stunden kommt. <BR /><BR />Derzeit arbeiten in Südtirol rund 280 konventionierte Hausärzte, 25 weitere haben einen provisorischen Vertrag. „Rechnet man noch die Ärzte der bisherigen „guardia medica„ dazu, dann müsste, wenn alle mitmachen, jeder von diesen gut 300 Allgemeinmedizinern sechs bis acht Stunden in der Woche für die neue wohnortnahe Versorgung Dienst tun“, rechnet Mayr vor. <BR /><BR />Vertraglich verpflichtet, in diesen Häusern Dienst zu tun, sind aber nur junge Hausärzte, die nach dem 1. Jänner vergangenen Jahres eingestellt wurden bzw. werden. Sie müssen je nach Patientenzahl zwischen sechs und 38 Stunden in der Woche in den Gemeinschaftshäusern leisten. Aber bereits ab einer Patientenzahl von 1.500 ist auch für sie wie für die älteren Kollegen der Dienst freiwillig. <BR />Und genau da liegt der Hund begraben. Wie hoch das Interesse der Südtiroler Hausärzte an dieser – bezahlten – Mehrarbeit ist, lässt sich nicht abschätzen. <BR /><BR />Das gibt auch Mayr offen zu: „Das ist die große Frage.“ Man versuche derzeit, Anreize zu schaffen, etwa über eine gute Vergütung der Dienststunden. Wie diese aussehen wird ist derzeit auch Thema bei den Verhandlungen mit den Hausärztegewerkschaften zum Landeszusatzvertrag. Gleichzeitig nimmt man den Hausärzten die Zulagen für die sog. Betreuungskontinuität, denn eine Rufbereitschaft sollen sie künftig nicht mehr garantieren. „Und wir bieten Hausärzten, die Stunden übernehmen, einen Beitrag für das Sekretariatspersonal in ihren Praxen“, erklärt Mayr. <BR /><BR />Und wenn die Anreize nicht reichen? „Dann werden wir per Kundmachung anderes ärztliches Personal über Werksverträge bekommen“, ist sich Ressortchef Michael Mayr sicher. <BR /><BR />Dr. Marsoner bleibt skeptisch: „Die Maßnahmen gehen am Ziel vorbei und kreieren lediglich eine schlechtere Parallelstruktur zur bestehenden guten Versorgung über die Hausärzte.“