Montag, 03. Mai 2021

A22: Projekt Brennerlec als Modell etablieren

Das Projekt BrennerLec hat unlängst eine seiner abschließenden Testphasen bestritten. Es laufen nun die Vorbereitungen, das erfolgreiche Projekt als ein Modell für ein dynamisches Geschwindigkeitsmanagement zu etablieren, das auch außerhalb der A22 angewandt werden kann.

Studien ergaben, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung eine Verringerung der Schadstoffausstöße und eine Reduzierung der Fahrtzeiten begünstigt.
Badge Local
Studien ergaben, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung eine Verringerung der Schadstoffausstöße und eine Reduzierung der Fahrtzeiten begünstigt. - Foto: © shutterstock
„Die bislang durchgeführten Studien haben gezeigt, dass eine vorausschauende Regelung der Geschwindigkeit dazu beiträgt, verschiedene Schadstoffemissionen - einschließlich Lärm - zu reduzieren und gleichzeitig den Verkehr flüssiger und somit sicherer zu gestalten“, so Roberto Ghezzi, der Koordinator des Überwachungsausschusses für das EU-Projekt LIFE, das den Rahmen für das Pilotprojekt BrennerLec bildet.

Das Projekt BrennerLec wird von der Europäischen Kommission gefördert und von der Brennerautobahngesellschaft mit Unterstützung der Autonomen Provinzen Bozen und Trient, der Universität Trient, dem NOI Techpark und dem Unternehmen Sisma koordiniert. Die Studie hat sich in den vergangenen Jahren mit 2 Zielen auseinandergesetzt, die auf dem ersten Blick widersprüchlich erscheinen: die Verringerung der Schadstoffausstoße und die Reduzierung der Fahrtzeiten bei starkem Reiseverkehr.

Bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 Stundenkilometern sinkt die Kohlendioxid-Konzentration um 12 Prozent, erinnert die Universität Trient. Die Fahrtzeiten hingegen verkürzen sich im Vergleich zu einem ähnlich verkehrsstarken Tag um 36 Prozent, weil durch einen flüssigeren Verkehr das Stop-and-Go-Phänomen reduziert werden kann.

„Was die A22 betrifft“, merkt der Präsident der Brennerautobahn AG Hartmann Reichhalter an, „werden die erzielten Ergebnisse dank der geplanten Erhöhung der Anzahl der Wechselverkehrszeichen, die auf der dritten dynamischen Fahrspur in Betrieb sind, eine Ausweitung des dynamischen Geschwindigkeitsmanagements von Bozen Süd bis Verona Nord ermöglichen, um Störungen zu reduzieren, den Verkehr zu verflüssigen und gleichzeitig die Gesundheit der Anwohner der A22 zu schützen“.

Der Weg für eine Replikation des Modells außerhalb der A22 bleibt offen. „Was hingegen Italien betrifft", erklärtGhezzi, „so sehe ich nur einen einzigen Hacken: Unsere Straßenverkehrsordnung erlaubt es momentan nicht, eine Geschwindigkeitsbegrenzung aus Umweltschutzgründen einzurichten, sondern nur aus Sicherheitsgründen. In diesem Bereich wäre eine Harmonisierung auf europäischer Ebene sinnvoll.“

ansa/stol

Alle Meldungen zu: