Mittwoch, 23. Juni 2021

Ab 1. Juli: So werden die Nasenflügeltests weiterverwendet

Mit der Aktivierung des Green Pass der EU werden die Nasenflügeltests – zumindest im offiziellen Sinne – obsolet: Sie sind für das Zertifikat nicht gültig, da sie in manchen EU-Staaten nicht anerkannt werden. Wie man die angekauften Tests in Südtirol weiterhin zur Anwendung kommen lassen will, erklärt Gesundheitslandesrat Thomas Widmann.

Der Nasenflügeltest ist ab 1. Juli nicht mehr für den Coronapass anwendbar.
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Der Nasenflügeltest ist ab 1. Juli nicht mehr für den Coronapass anwendbar. - Foto: © DLife
Am Dienstag erklärten Landeshauptmann Arno Kompatscher und Gesundheitslandesrat Thomas Widmann im Rahmen einer Pressekonferenz, was auf die Besitzer eines Südtiroler Coronapass„ mit 1. Juli zukommt: Dann nämlich tritt der Green Pass der EU in Kraft, der nicht nur in Italien, sondern in allen EU-Ländern mit Abstufungen Gültigkeit hat.

Wer bereits einen Coronapass Südtirol besitzt, wer also genesen, geimpft oder getestet ist, muss nicht selbst aktiv werden: Das Gesundheitsministerium in Rom schickt innerhalb Ende Juni per Mail und SMS den Green Pass zu, der automatisch die Südtiroler Variante ersetzt. „In kaum einem anderen Land funktioniert der Übergang zum Green Pass so problemlos wie in Südtirol. Durch unsere Vorarbeit konnten wir schon vorab mit der Datenübermittlung beginnen“, freut sich Landesrat Widmann.

Einen Wermutstropfen bringt der EU-Pass allerdings mit sich: Die bequemen Nasenflügeltests, die in den vergangenen Wochen bei Screenings und in Schulen zur Anwendung kamen, verlieren dann ihre Gültigkeit, da sie in manchen EU-Ländern nicht anerkannt werden. Für den Green Pass sind sie somit nutzlos.

Schnell wurden Befürchtungen laut, was denn nun mit den angekauften Tests passieren würde? Diese werden, so erklärt Thomas Widmann im Gespräch mit STOL, auch künftig auf Südtiroler Ebene zum Einsatz kommen. Einerseits sollen sie bei Kindercamps, beim Freizeitsport oder auch bei Vereinstätigkeiten wie etwas Musikkapellen weiterverwendet werden. Auch im Gastgewerbe oder für Erntehelfer will man weiterhin auf Nasenflügeltests setzen.

Ab 1. Juli keine kostenlosen Tests mehr

Wer sich jedoch ab 1. Juli privat testen lassen will, kann dies künftig nicht mehr kostenlos tun: Mit Einführung des Green Pass werden die Screening-Zentren und Teststraßen endgültig geschlossen, PCR- sowie Antigen-Tests sind dann nur noch gegen Bezahlung verfügbar.

Das Ende der kostenlosen Tests versetzte unter anderem die Süd-Tiroler Freiheit in Alarmbereitschaft: Die Bewegung appellierte, dass auch künftig Gratis-Tests verfügbar bleiben müssten. Ansonsten „werden Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen oder können, diskriminiert und es kommt zu einem indirekten Impfzwang.“

liz/vs