Donnerstag, 31. März 2016

Ab heute heißt es „Salem Aleikum“ bei den Carabinieri

„Ma smuka“, „min fadlak“, „afwan“: Seit 8.30 Uhr heißt es für eine Gruppe Carabinieri arabische Vokale pauken. Die Ordnungshüter bieten ihren Mitgliedern in Bozen seit Donnerstag Arabischkurse an.

Arabisch pauken heißt es ab Donnerstag.
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Arabisch pauken heißt es ab Donnerstag.

Eine Gruppe von Sicherheitskräften, die in Südtirol im Einsatz sind, drücken nun die Schulbank, um sich Grundkenntnisse der arabischen Sprache und Kultur anzueignen. Der dreimonatige Lehrgang wurde mit Unterstützung der italienischen Landeskulturabteilung organisiert. Die Wichtigkeit von Sprachkenntnissen wies bei der Lehrgangseröffnung Ressortdirektor Paolo Montagner hin. 

Die Arabisch-Klasse setzt sich aus Carabinieri, Staats-, Finanz- und Gefängnispolizisten zusammen. Es sind rund ein Dutzend Polizisten, die in den kommenden drei Monaten den Lehrgang "Lingua cultura sicurezza" durchlaufen werden. 

Arabisch für Streitkräfte: Kursauftakt am Donnerstag am Sitz der Carabinieri-Legion in Bozen - Foto: LPA/M. Diquirico

Für die Sicherheitskräfte sei es wichtig, die arabische Welt, Kultur und Sprache zu kennen, um ihrer Arbeit bestmöglich nachgehen zu können, erklärte General massimo Mennitti, Kommandanten der Bozner Carabinieri-Legion, zum Kursauftakt. 

Erst Deutsch, dann Arabisch

„Sprachen lernen ist sehr wichtig. Dazu gehört auch die arabische Sprache. Besonders wichtig wäre es aber, jene Sprache zu beherrschen, die von über 70 Prozent der Südtiroler Bevölkerung gesprochen wird“, heißt es dazu von der Süd-Tiroler Freiheit. 

Die Arabischkurse selbst wären also an sich kein Grund zur Kritik, "wenn es nicht regelmäßig Probleme mit der Zweisprachigkeit und dem Deutschen gäbe“, stellt der Sekretär des Landtagsklubs der Süd-Tiroler Freiheit fest. „Die Carabinieri sollten sich lieber darum bemühen, die Sprache der Mehrheitsbevölkerung zu lernen!“

Laufend würden Verletzungen des Rechts auf Gebrauch der Muttersprache gemeldet. "Öfters sind auch Beschwerden über die Carabinieri dabei“, so Zelger. „Viele Leute haben Angst vor Repressalien und trauen sich schlichtweg nicht, Missachtungen der Zweisprachigkeitspflicht zu melden. Jene Fälle die uns bekannt werden, leiten wir mit schöner Regelmäßigkeit, aber leider mäßigem Erfolg, an die Landesregierung weiter.“

stol/lpa/ker

stol