Samstag, 16. Januar 2021

Ab Sonntag Teil-Lockdown und rote Zonen in Italien

Im Kampf gegen den Wiederanstieg der Corona-Zahlen gibt es in Italien ab Sonntag wieder strengere Corona-Maßnahmen. Wie aus dem jüngsten Dekret hervorgeht soll es diesmal möglich sein eine Zweitwohnung in einer anderen Region aufzusuchen.

Ab Sonntag müssen tausende Wirte in Italien ihre Bars, Restaurants und Pizzerien für Gäste wieder zumachen.
Ab Sonntag müssen tausende Wirte in Italien ihre Bars, Restaurants und Pizzerien für Gäste wieder zumachen. - Foto: © shutterstock
Ab Sonntag gibt es in Italien 2 rote Zonen mit strengen Ausgangsverboten: Die Lombardei und Sizilien. Dort sollen die Menschen ihre Häuser nach Möglichkeit nicht verlassen, außer zur Arbeit, zum Einkaufen oder aus anderen wichtigen Gründen. Für Italien gilt auch Südtirol als rote Zone, aber die Landesregierung hat in einer Dringlichkeitssitzung am Freitagnachmittag beschlossen, einen eigenen Weg zu gehen (STOL hat berichtet). Bisher hat es darauf keine Antwort aus Rom gegeben.

Großteil Italiens ist orange

In vielen anderen Teilen Italiens gilt zudem ein etwas weniger scharfer Teil-Lockdown. Das geht aus einer Anordnung des Gesundheitsministers Roberto Speranza vom Samstag hervor. Ein Großteil Italiens wird als Orange Zone eingestuft, dazu gehört auch die Region Latium mit der Hauptstadt Rom. Dort sollen die Menschen in der Regel ihre Orte nicht verlassen. Restaurants und und Bars dürfen Gäste nicht mehr am Tisch bedienen, erlaubt ist nur noch zeitweiser Außer-Haus-Verkauf.

Aufsuchen der Zweitwohnung erlaubt


Wie aus dem jüngsten Dekret hervorgeht, ist es in Italien diesmal möglich eine Zweitwohnung in einer anderen Region aufzusuchen, auch wenn sich diese in einer Region befindet, die anders eingestuft ist.

Die verschärfte Risiko-Einstufung vieler Regionen in Italien war so erwartet worden. Denn die Gesundheitsbehörden registrierten einen Anstieg des Infektionsgeschehens. Zudem hatte die Regierung in Rom die Kriterien verschärft, die über die Einstufung in die Corona-Risikozonen entscheiden. Italien hat seit dem Herbst ein System mit mehreren Risikozonen, um die Ausbreitung des Virus besser in den Griff zu bekommen. Die Verantwortlichen wollen eine dritte Welle verhindern und fürchten aggressive Virus-Mutationen.

Die Gesundheitsexperten der Regierung sprachen am Freitag von einem „leichten Anstieg“ wichtiger Corona-Messgrößen. Der sogenannte R-Wert für die Zahl der Menschen, die ein Infizierter durchschnittlich ansteckt, lag in der Woche vom 4. bis 10. Januar bei 1,09. Wenn er über 1 steigt, gibt es mehr Neuinfektionen und die Epidemie greift weiter um sich.

Am Samstag verzeichneten die Behörden in Italien gut 16.300 Neuinfektionen in 24 Stunden mit dem Coronavirus. 475 Menschen starben im Zusammenhang mit Corona.

dpa/ansa/jot

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