Vorgesehen sind eine bessere Zusammenarbeit der Krankenhäuser, die Einrichtung einer landesweiten Vormerkzentrale und eine entsprechende Schulung des Personals.Bei der Vorstellung der Kampagne „Die richtige Behandlung zur richtigen Zeit“ bezeichnete Sanitätsdirektor Oswald Mayr am Freitag die Wartezeiten als „Ärgernis" für die Patienten. „Sie sorgen zudem für Sorge und Unsicherheit."Nicht länger als 60 Tage wartenMit den neuen Maßnahmen will es der Sanitätsbetrieb es schaffen, dass Patienten künftig nicht länger als 60 Tage auf eine nicht-dringliche medizinische Behandlung warten müssen, erklärte Landesrat Richard Theiner.Das Ziel sei es, folgende Zeitpläne einzuhalten: Dringende Maßnahmen werden innerhalb von 24 Stunden getroffen und „prioritär" eingestufte Leistungen innerhalb von acht Tagen erbracht.Für aufschiebbare Leistungen soll es Wartezeiten von höchstens 60 (nur in besonderen Ausnahmefällen 120) Tagen geben. „Klar ist, dass wir von landesweiten Vormerkzeiten reden, nicht von Wartezeiten an einzelnen Krankenhäusern", so Landesrat Theiner. Ausweichen auf Privatärzte möglich Wenn eine Behandlung innerhalb der Frist an einem Krankenhaus nicht durchführbar sei, könnten Patienten auch an andere verwiesen werden. Sollte auch dies nicht möglich sein, könnten Leistungen auch zugekauft werden. Das bedeutet, dass Patienten auch von freiberuflich tätigen Krankenhausärzten, niedergelassenen Fachärzten oder in Privatkliniken behandelt werden können. Dabei ist eine Rückvergütung durch den öffentlichen Gesundheitsdienst vorgesehen.Wie Theiner erklärte, werde die Landesregierung voraussichtlich noch in diesem Jahr beschließen, dass – falls die Wartezeiten nicht eingehalten werden – Patienten auch selbst private Ärzte aufsuchen können. Ihnen soll dann eine Vergütung von 50 Euro zustehen. Nähere Details seien allerdings noch zu klären.Dringende Fälle haben PrioritätLandesrat Theiner betonte, dass wer wann behandelt werde, in Südtirols Gesundheitswesen nicht danach entschieden werde, ob jemand dafür mehr zahle als andere. „Vielmehr haben bei uns alle gleichen, freien Zugang zu allen medizinischen Leistungen."Davon erbringe der öffentliche Gesundheitsdienst 7,7 Millionen im Jahr, und zwar nach dem Prinzip der Dringlichkeit. Laut Oswald Mayr liegen die Ursachen der teilweise langen Wartelisten auch in einer stetig steigenden Nachfrage. „Je nach Leistung haben wir jährliche Steigerungen zwischen fünf und zehn Prozent", so der Sanitätsdirektor. Dazu kämen neue Diagnoseverfahren und medizinische Angebote, aber auch demographische Faktoren.Auch Bevölkerung ist gefordertAuch die Bevölkerung soll in die Bemühungen um den Abbau der Wartezeiten einbezogen werden. Dies ist das Ziel der Informationskampagne unter dem Motto „Die richtige Behandlung zur richtigen Zeit". Sie soll der Bevölkerung das System der vier Dringlichkeitsstufen ebenso vermitteln, wie die Tatsache, dass der Hausarzt Ansprechpartner Nummer eins sein müsse. Mehr Infos zur Wartelisten-Kampagne finden Sie hier.