Samstag, 19. März 2016

Abdeslam soll Prozess gemacht werden - Fahndung geht weiter

Nach der Festnahme des mutmaßlichen Terroristen Salah Abdeslam geht die Suche nach weiteren Beteiligten der Anschläge von Paris weiter. „Wir sind mit extrem großen Netzwerken konfrontiert“, sagte Frankreichs Präsident François Hollande am Freitagabend.

Nach der Festnahme von Paris-Attentäter Salah Abdeslam geht die Fahndung nun weiter.
Nach der Festnahme von Paris-Attentäter Salah Abdeslam geht die Fahndung nun weiter. - Foto: © APA/EPA

Die Zahl derjenigen, die sich an der Vorbereitung der November-Anschläge mit 130 Toten in verschiedener Form beteiligt hätten, sei größer als zunächst angenommen. Aufgabe der Ermittler sei es, alle zu identifizieren, sagte Hollande. Der französische Verteidigungsrat und der belgische Sicherheitsrat kommen an diesem Samstag jeweils zusammen, um über die aktuelle Lage zu beraten.

Abdeslam soll so schnell wie möglich nach Frankreich ausgeliefert werden. Dies sei lediglich eine Formalie, sagte der belgische Justizminister Koen Geens. Abdeslam wäre der erste Terrorverdächtige, dem wegen der Pariser Anschläge in Frankreich der Prozess gemacht wird.

Der 26 Jahre alte Franzose wurde am späten Freitagnachmittag von Anti-Terror-Fahndern in der als Islamistenhochburg bekannten Brüsseler Gemeinde Molenbeek festgenommen, wo er einst aufwuchs. Bei dem Zugriff von Spezialkräften wurde er leicht am Bein verletzt, danach in eine nahe gelegene Klinik gebracht. Insgesamt nahmen die Ermittler nach eigenen Angaben fünf Verdächtige fest – darunter offenbar eine Familie, die Abdeslam Zuflucht gewährte.

Mit Abdeslam scheint nun der einzige Überlebende einer beispiellosen Terrorserie gefasst. 

Erleichterung bei Opfervereinigung

Die Opfervereinigung „13. November“ reagierte erleichtert auf die Festnahme Abdeslams. „So kann jetzt ein Urteil über ihn gesprochen werden“, sagte Vereinigungspräsident George Salines dem Sender. Er sei „überrascht, erleichtert und empfinde Genugtuung, dass es einen echten Prozess gegen jemanden geben wird, der sehr direkt in die Attentate verwickelt war“.

dpa 

stol