Bis zu 7 Jahre warten öffentlich Bedienstete laut Daten des Sozialfürsorgeinstitute NIFS/INPS vom vergangenen September auf ihre Abfertigung. Im Schnitt waren es für die erste Tranche (50.000 Euro) zwischen 12 und 15 Monate. <BR /><BR />Im Normalfall haben öffentlich Bedienstete ihren Kollegen aus der Privatwirtschaft gegenüber gar einige Vorteile außerhalb des Lohnstreifens. So bleibt im Falle einer Kündigung der Arbeitsplatz für ein Jahr erhalten. Auch bei der Geburt eines Kindes heißt es nicht, automatisch nach 6 Monaten wieder zurück an den Arbeitsplatz. <BR /><BR />Ganz anders hingegen schaut es in Sachen Abfertigung aus. Bis zu 7 Jahre warten öffentlich Bedienstete laut Daten des Sozialfürsorgeinstitute NIFS/INPS vom vergangenen September auf ihre Abfertigung. Im Schnitt waren es für die erste Tranche (50.000 Euro) zwischen 12 und 15 Monate. Wer die gesetzlich vorgezogene Rente beansprucht, muss sogar bis zu 24 Monate warten. Im Gegensatz dazu erhalten Angestellten in der Privatwirtschaft so gut wie sofort nach ihrer Pensionierung die angereifte Abfertigung. <h3> Derzeit beträchtliche Abschläge</h3>Im Sommer 2020 wurde zwar eine Vereinbarung zwischen den zuständigen Ministerien und der gesamtstattlichen Bankenvereinigung ABI unterzeichnet, welche es öffentlich Bediensteten bei Pensionsantritt ermöglicht, eine günstige Finanzierung für den Vorschuss von 45.000 Euro zu erhalten. Mit aktuell rund 3 Prozent sind die Abschläge dennoch beträchtlich.<BR /><BR />Damit ist jetzt aber Schluss. Ab 1. Februar können öffentlich Bedienstete um einen Vorschuss über die volle Höhe ihrer Abfertigung ansuchen – zu einem Jahresfixzinssatz von einem Prozent plus Verwaltungsspesen. Statt derzeit 1900 Euro zahle man nur mehr 850 Euro an Zinsen und Spesen an die Bank, rechnet man beim ASGB vor. Der Antrag für den Vorschuss auf die Abfertigung muss nach der Pensionierung oder dem Ausscheiden aus dem Dienst telematisch über das Portal des NIFS/INPS gestellt werden. <BR /><BR /><embed id="dtext86-57840354_quote" /><BR /><BR />„Es ist höchst an der Zeit, dass diese unter Ex-Premier Mario Monti eingeführte Regelung endlich abgeändert wird und sich die Wartezeiten verkürzen“, sagt der ASGB-Vorsitzende Tony Tschenett. „Auf alles, was über die 50.000 Euro hinausgegangen ist, mussten die Leute teilweise bis zu 2 Jahre warten. Dieses Geld wurde dann sogar nur schrittweise in 3 Raten ausgezahlt.“ <BR /><BR />Dass nun auch öffentlich Bedienstete die volle Abfertigung beantragen können, sei längst überfällig. „Jetzt sollte das Geld innerhalb von weniger als 6 Monaten aufs Konto der Antragsteller eingezahlt werden“, so Tschenett. Im Vergleich dazu: Angestellte der Privatwirtschaft warten im Schnitt 30 Tage. <BR /><BR />Ein Wermutstropfen bleibt dann aber doch: Der Vorschuss auf die Abfertigung wird im Rahmen eines jährlich festgelegten Budgets ausbezahlt. Dabei gilt der Einreichtermin der Ansuchen. Ist der Fonds erst einmal leer, heißt es für jene Antragsteller, die leer ausgegangen sind, doch wieder ein weiteres Jahr warten.<BR />