Wie exklusiv berichtet, sieht ein Gesetzentwurf, der von Landesrat Luis Walcher eingebracht wurde, die Wiedereinführung der Hundesteuer ab Jänner kommenden Jahres vor. Damit soll das bislang gescheiterte DNA-Register endgültig versenkt werden. Für Südtirols Hundebesitzer bedeutet dies, dass künftig ein Jahresbeitrag von 100 Euro pro Tier zu berappen ist. <BR /><BR />Mit dem Geld sollen die Reinigung von Straßen und Plätzen sowie der Ausbau von Hundeauslaufzonen finanziert werden. Damit auch Touristenhunde zum Handkuss kommen, ist zudem eine Ortstaxe extra für Fellnasen von 1,50 Euro pro Übernachtung vorgesehen. Die Pflicht zur Beseitigung der Häufchen bleibt selbstverständlich für alle Hundehalter, egal ob Tourist, Durchreisender oder Einheimischer, bestehen, wobei die Geldstrafen bei Verstößen zusätzlich erhöht werden sollen.<h3> Gemeinden hoffen auf gerechten Mülltarif</h3>Vor allem für die Gemeinden sei die Wiedereinführung der Hundesteuer ein positiver Schritt für mehr Gerechtigkeit im Bereich Mülltarif, wie der Gemeindenverbandspräsident Dominik Oberstaller erklärt. Bei der nächsten Sitzung des Rates der Gemeinden am kommenden Freitag werde man die Situation noch genauer prüfen, um mögliche problematische Punkte zu klären. Laut Oberstaller dürften sich jedoch die meisten Gemeinden für den Gesetzentwurf aussprechen.<BR /><BR />Um jene Hundebesitzer zu identifizieren, die dank ihrer Eintragung in die DNA-Datenbank laut Gesetzentwurf für die ersten zwei Jahre von der Steuer für ihre Fellnasen ausgenommen sind, sei laut Oberstaller nur ein kurzer Abgleich mit dem Hunderegister nötig. „Das ist ein Schritt, der ohne größeren bürokratischen Aufwand erledigt werden kann“, stellt Oberstaller klar.<h3> Auch Thomas Widmann freut sich</h3>Über die neue Regelung freut sich auch der Landtagsabgeordnete Thomas Widmann. Schon vor Monaten habe er die Forderung erhoben, das Projekt DNA-Register einzustellen. „Erst als die Initiative nun aus den eigenen Reihen der Landesregierung kam, zeigte man sich plötzlich einsichtig“, so Widmann.<h3> Herbe Kritik seitens des HGV</h3>Ganz und gar nicht begeistert sind hingegen Südtirols Touristiker über Walchers Vorschlag, bei dem nun auch Gäste über eine Hundeortstaxe zur Kasse gebeten werden: „Wie schon das DNA-Register ist auch das ein unüberlegter Schnellschuss“, kritisiert Manfred Pinzger, Präsident des Hoteliers- und Gastwirteverbands Südtirol (HGV).<BR /><BR />Angesichts der ohnehin hohen Rechnungen, die in vielen Hotels anfallen, scheint der Ärger über 1,50 Euro für viele unnötig. Wie Pinzger jedoch klarstellt, gebe es längst nicht nur hochpreisige, sondern auch einfache Unterkünfte im Land. Besonders für diese kleineren Beherbergungsbetriebe würden steigende Ortstaxen spürbare Mehrkosten bedeuten.<BR /><BR />Schon Änderungen der Ortstaxe im Jahr 2024 hatten für Unmut gesorgt: Von den insgesamt 70 Prozent der Einnahmen aus der Ortstaxe, die an die Tourismusorganisationen gehen, werden 10 Prozent für die Gemeindefinanzierung abgezwackt, die restlichen 30 Prozent fließen an die IDM. Bei diesen Änderungen sei der HGV stets mitgegangen, doch nun sei das Maß voll. „Wie lange will man den Sektor noch belasten? Irgendwann hört es mit dem Verständnis einfach auf“, ärgert sich der HGV-Präsident.<h3> Potenzielle Auswirkungen auf Südtirols Image</h3>Zumal Kontrollen praktisch unmöglich seien, gebe es keine Region, in der sich ein solches System als sinnvoll erwiesen habe. Auch würden zahlreiche Fragen offenbleiben, etwa zum Umgang mit Tagesgästen, der Erhebung sowie den möglichen Auswirkungen auf das Image Südtirols. „Damit macht sich Südtirol über die Landesgrenzen hinaus lächerlich“, erklärt er und führt weiter aus: „Jede Steuer sollte sich auch gegenrechnen.“ Trotzdem liege die Entscheidung letztlich bei der Politik. „Für uns ist die Situation dennoch inakzeptabel“, so Pinzger.<BR /><BR />Neben dem HGV zeigt sich auch die Süd-Tiroler Freiheit in einer Aussendung wenig begeistert über die geplanten Änderungen: „Hundehaufen auf Gehwegen verschwinden dadurch nicht, die Müllgebühren sinken nicht und die Bürokratie wächst. Drauf zahlt am Ende wieder der Bürger.“