Donnerstag, 28. März 2019

Abgepackter Salat entpuppt sich als „Keimschleuder“

Verzehrfertig vorgeschnittener Salat aus dem Plastikpackerl ist beliebt, weil er Zeit in der Küche spart. Den Testern des Magazins „Konsument“ ist der Appetit darauf vergangen: Bei allen 8 untersuchten Produkten haperte es mit Hygiene oder Lagerung.

Verzehrfertig vorgeschnittener Salat ist ein wahres Keimlager.
Verzehrfertig vorgeschnittener Salat ist ein wahres Keimlager. - Foto: © shutterstock

Neben hoher Keimbelastung kritisieren die Konsumentenschützer in der April-Ausgabe welken bis matschigen Inhalt und üblen Geruch.

Die vorgewaschenen gemischten Blattsalate beziehungsweise Mixsalate wurden bei Supermärkten und Diskontern aus dem Kühlregal gekauft, bis zum Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) fachgerecht gelagert und im Labor untersucht.

„Die Keimbelastung war so hoch, dass wir vom Verzehr nur abraten können“, zog Ernährungswissenschafterin Nina Siegenthaler vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) Bilanz. Schwangere, ältere und immungeschwächte Menschen sollten demnach gar keine abgepackten, vorgeschnittenen Salate essen.

Keime, Keime und nochmal Keime

Für die Bewertung herangezogen wurden die Richt- und Warnwerte der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie, da es in Österreich keine Grenzwerte für die mikrobiologische Bewertung von abgepackten Salaten gibt. Bestimmte Bacillus-cereus-Stämme können Lebensmittelvergiftungen auslösen. Die deutschen Experten haben einen Warnwert von 1000 koloniebildenden Einheiten pro Gramm festgelegt. Bei einem Produkt im Test wurden 450.000 Einheiten pro Gramm gemessen, also das 450-fache, weitere Erzeugnisse lagen ebenfalls deutlich darüber.

Bei Hefepilzen wurde der Warnwert von 6 Produkten überschritten. Eine Probe war besonders hoch mit Schimmelpilzen kontaminiert, in einer weiteren fanden sich auch noch Listerien, kritisierten die Tester.

apa

stol