Freitag, 04. Oktober 2019

Abgestürzter Tourist nach aufwendiger Suchaktion lebend geborgen

Eine am Donnerstagabend gestartete Suchaktion im Gebiet Obereggen/Latemar konnte am Freitag Morgen mit der Bergung des Abgestürzten und der beiden Bergretter von Welschnofen , die den Vermissten bereits in der Nacht gefunden und mit ihm biwakiert hatten, abgeschlossen werden.

Die Bergrettung Welschnofen  suchte mehrere Stunden.
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Die Bergrettung Welschnofen suchte mehrere Stunden. - Foto: © BRD Welschnofen

Bereits am Donnerstagabend gegen 17 Uhr hatte sich eine junge Frau bei der Notrufnummer 112 gemeldet: Ihr Vater, der in Südtirol urlaubte, hatte ihr eine SMS geschickt und erklärt, er sei am Steig 592 abgestürzt.
Da aber die angegebene Wegenummer falsch war, konnten die Rettungskräfte den Mann zunächst nicht finden.

Die Landesnotrufzentrale schickte den Rettungshubschrauber des Aiut Alpin Dolomites zum Suchflug, aber auch er konnte den Abgestürzten nicht finden.

Nach längerer Überprüfung auf deutscher Seite wurde schließlich das Kennzeichen des Autos durchgegeben, und erst, als die Bergretter von Welschnofen dieses auf den Parkplätzen in Obereggen bei einem Hotel fanden, wurde klar, wo sie suchen mussten.
Unglücklicherweise war es zu diesem Zeitpunkt schon finster geworden.

Sofort wurden mehrere Bergretter mit dem Rettungshubschrauber Pelikan 2 zur Pisahütte geflogen, um dort nach dem Mann zu suchen.

Abgestürzter stark unterkühlt und erschöpft, aber am Leben

Die Begleitperson des Abgestürzten, eine Frau, konnte nach kurzer Zeit unterhalb der Pisahütte in erschöpfem Zustand und unterkühlt gefunden werden.
Sie konnte den Bergrettern auch den ungefähren Standort der abgestürzten Person mitteilen.
Der Mann wurde gegen 22.30 Uhr von einem Suchtrupp in extrem steilem Gelände oberhalb von Forno/Moena ausgemacht.
Dort herrschten Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sowie starker Wind.

Wanderer für Tour schlecht ausgerüstet

Da eine Hubschrauberbergung in diesen Konditionen nicht möglich war, wurde der erschöpfte und stark unterkühlte Patient in einer langwierigen Rettungsaktion wieder auf den Fußweg und anschließend bis zum Biwak Sieff zwischen Latemar und Moena gebracht.
Der Trupp kam gegen 2 Uhr im Biwak an, 2 Bergretter blieben mit dem Verletzten vor Ort und verbrachten die Nacht am Berg.



Am Morgen wurde der Trupp mit dem Rettungshubschrauber Pelian 1 ausgeflogen. Der Patient wurde ins Krankenhaus Bozen gebracht, die Bergretter rückten in die Rettungswache ein.

Wie die Bergretter berichten, waren die beiden Personen für die Tour sehr schlecht ausgerüstet, sie hatten weder die entsprechende Kleidung noch Schuhe oder Proviant und nicht einmal ein Licht dabei.

Neben der Bergrettung Welschnofen und den genannten waren auch die Feuerwehr von Moena , das Weiße Kreuz Welschnofen und die Carabinieri an der Suchaktion beteiligt.

stol