Freitag, 02. Oktober 2015

Abkommen zwischen Land und Kirche regelt Religionsunterricht

Maßnahmen zur Sensibilisierung für die Bedeutung des Religionsunterrichts sind Teil eines Abkommens, das Landeshauptmann Arno Kompatscher und Bischof Ivo Muser am Freitag im Palais Widmann in Bozen unterzeichnet haben.

Bischof Ivo Muser und Landeshauptmann Arno Kompatscher haben ein Abkommen unterzeichnet
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Bischof Ivo Muser und Landeshauptmann Arno Kompatscher haben ein Abkommen unterzeichnet - Foto: © LPA

Die grundlegenden Bestimmungen zum katholischen Religionsunterricht an den Schulen des Landes Südtirol sind in den Durchführungsbestimmungen zum Autonomiestatut, in Landesgesetzen und Dekreten des Landeshauptmannes enthalten.

Das am Freitag unterzeichnete Einvernehmen namens "Intesa" regelt erstmals umfassend alle wesentlichen Aspekte der religiösen Bildung an den Kindergärten und des katholischen Religionsunterrichts in den öffentlichen Schulen und an den Berufs- und Fachschulen des Landes.

Lehrer werden in Sachen Religion ausgebildet

Ein wichtiger Punkt, der in dem Abkommen festgehalten ist, betrifft etwa die Ausbildung der Kindergärtnerinnen und Grundschullehrer: Der Aufbau religionspädagogischer Kompetenzen wird als verpflichtender Teil des Studiums für Bildungswissenschaften an der Universität Bozen festgeschrieben. Dies, um die künftigen Kindergärtnerinnen und Grundschullehrer für die Bedeutung religiöser Bildung für den Aufbau von kindlich tragfähigen Weltbildern, Überzeugungen und Wertvorstellungen zu sensibilisieren.

"Zu keinem Zeitpunkt war jedoch die Einführung eines Religionsunterrichts im Kindergarten geplant", stellte Landeshauptmann Kompatscher klar und fügte hinzu: "Die religiöse Bildung gehört im Unterschied zum restlichen Staatsgebiet in Südtirol zum Bildungsauftrag der pädagogischen Fachkräfte im Kindergarten." In Italien hingegen wird die religiöse Bildung im Kindergarten durch eigene Religionslehrerinnen und -lehrer vorgenommen. Hierfür sind 60 Stunden pro Schuljahr vorgesehen.

In den Abkommen wird präzisiert, dass ein allfälliger Verzicht eines Schülers auf den Religionsunterricht innerhalb 30. Juni des laufenden Schuljahres gemeldet werden muss. Verzichtserklärungen, die später eingehen, können nicht mehr berücksichtigt werden.

stol

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