Freitag, 27. Juli 2018

Abriss der „Drogensiedlung” Son Banya auf Mallorca

Mit der Zerstörung der ersten drei Baracken hat auf Mallorca der Abriss der sogenannten Drogensiedlung Son Banya östlich von Palma begonnen. Die erste Etappe sei am Freitag nach zwei Arbeitstagen erfolgreich abgeschlossen worden, teilten die Behörden mit. Die 120 Baracken, die seit Jahrzehnten als „größter Drogensupermarkt” der Urlaubsinsel gelten, sollen bis 2020 völlig verschwunden sein.

An jedem Wochenende im Sommer sollen im Schnitt rund 2.000 Fahrzeuge nach Son Banya fahren, um sich mit Drogen wie Marihuana, Kokain und Heroin einzudecken.
An jedem Wochenende im Sommer sollen im Schnitt rund 2.000 Fahrzeuge nach Son Banya fahren, um sich mit Drogen wie Marihuana, Kokain und Heroin einzudecken. - Foto: © shutterstock

Bei den ersten drei niedergerissenen Baracken handelte es sich um die Unterkünfte von drei Familien, die sich im Gegensatz zur großen Mehrheit der rund 600 Einwohner bereit erklärt hatten, Son Banya freiwillig zu verlassen. Sie haben Ersatzunterkünfte erhalten. Für 42 weitere Baracken hat die Justiz bereits Räumungsbefehle erlassen. Diese Behausungen sollen nach amtlichen Angaben alle bis Jahresende niedergerissen werden. Es hatte in den vergangenen Monaten viele Proteste der Einwohner gegeben.

Abriss unter starken Sicherheitsmaßnahmen

”Son Banya ein Ende zu bereiten, ist eine mutige Entscheidung, die durch nichts rückgängig gemacht werden kann”, sagte der linksgerichtete Bürgermeister Antoni Noguera zum Auftakt der seit Jahren von der Politik angestrebten Abrissarbeiten. Der Abriss der drei Behausungen fand unter großer Medienpräsenz und starken Sicherheitsmaßnahmen statt und dauerte relativ lange, weil man noch bewohnte Nachbarbaracken nicht beschädigen wollte.

Die 1969 von der Franco-Diktatur als Provisorium errichtete Hüttensiedlung liegt in unmittelbarer Nähe des Flughafens von Mallorca, unweit der Playa de Palma und des Ballermanns und nicht einmal zehn Kilometer vom Stadtzentrum von Palma entfernt.

Touristen als wichtige Zielgruppe

Nach Medienschätzungen fahren an jedem Wochenende im Sommer im Schnitt rund 2.000 Fahrzeuge nach Son Banya, um sich mit Drogen wie Marihuana, Kokain und Heroin im Wert von insgesamt rund 175.000 Euro einzudecken. Touristen seien eine wichtige Zielgruppe, heißt es. Die Siedlung gilt als sehr gefährlich. Erst vor zwei Wochen wurde dort ein 34 Jahre alter Niederländer erschlagen.

apa/dpa

stol