„Bären und Wölfe sind Ausdruck der Kultur dieser Region“, sagte der leitende Staatsanwalt Luciano D'Angelo laut Medienangaben. Die Fälle würden mit höchster Priorität behandelt. Der Direktor des Nationalparks, Luciano Sammarone, warnte vor erheblichen ökologischen Folgen.<BR /><BR />In der Ortschaft Alfedena sei vermutlich ein ganzes Wolfsrudel ausgelöscht worden. Der Einsatz von Gift sei besonders problematisch, da er wahllos wirke und auch andere Wild- und Haustiere gefährde.<BR /><BR />Die Tierschutzorganisation WWF verurteilte die Vorfälle scharf und sprach von „einem der schwersten Verbrechen gegen die Natur der letzten zehn Jahre“. Nach Ansicht der Organisation könnte die Herabstufung des Schutzstatus des Wolfs die Wilderei begünstigen. Wölfe seien ein zentraler Bestandteil der Biodiversität in Italien und spielten eine wichtige Rolle im Ökosystem. Wirtschaftliche Schäden oder Nutzungskonflikte könnten solche Taten nicht rechtfertigen.<h3> In Italien mehr Wölfe als in jedem anderen EU-Land</h3>„Die Tötung von zehn Wölfen ist ein schwerer und beispielloser Vorfall, der aus einem Klima des Hasses gegenüber Wildtieren entsteht, der auch aus der Entscheidung resultiert, den Schutzstatus auf europäischer Ebene zu senken“, erklärte der Umweltschutzverband Legambiente. Die Organisation forderte strengere Kontroll- und Vorbeugungsmaßnahmen sowie das Schließen rechtlicher Lücken beim Tierschutz.<BR /><BR />Nach Angaben von Experten leben in Italien rund 3.500 Wölfe - mehr als in jedem anderen EU-Land. Spannungen mit der Weidewirtschaft halten an, insbesondere infolge von Angriffen auf Nutztiere. Der Wildtierexperte Piero Genovesi des wissenschaftlichen Instituts ISPRA bezeichnete die Vergiftungen als „äußerst schwerwiegend“. Zugleich betonte er, dass ein Zusammenleben von Mensch und Wolf möglich sei, wenn Schutzmaßnahmen konsequent umgesetzt würden.