Freitag, 27. März 2020

Abschaffung der Zeitumstellung dauert in Europa

Eigentlich soll die Zeitumstellung bald Geschichte sein. Doch Europa lässt sich Zeit damit.

Sommerzeitumstellung ist momentan das Geringste aller Probleme.
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Sommerzeitumstellung ist momentan das Geringste aller Probleme. - Foto: © HELMUT FOHRINGER
Die geplante Abschaffung der Zeitumstellung in Europa kommt in diesem Jahr kaum noch voran. Die EU-Kommission hatte nach einer selbst organisierten Umfrage vorgeschlagen, den alljährlichen Wechsel zwischen Sommer- und Normalzeit zu beenden. Sie legte dafür im September 2018 den Entwurf einer Richtlinie vor. Das Europäische Parlament stimmte dafür, die Zeitumstellung nach dem Jahr 2021 aufzugeben. Nun müssen die Mitgliedstaaten sich im Rat festlegen – doch dort stehen die Uhren in dieser Sache still.



Kroatien hat als aktuelles Vorsitzland keinerlei Absicht, einen Ratsbeschluss dazu voranzutreiben. Im zweiten Halbjahr übernimmt Deutschland die EU-Präsidentschaft – und hat ebenfalls „keine konkreten Planungen“ in dieser Frage, wie es von EU-Diplomaten heißt. Bisher ist die regelmäßige Umstellung für alle Länder in der EU einheitlich festgelegt.

In der Nacht zu Sonntag werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt, dann gilt die sogenannte Sommerzeit; im Herbst werden die Uhren wieder zurückgestellt. In Deutschland hat jeder vierte Mensch über 14 Jahren gesundheitliche Probleme durch die Zeitumstellung. Dies ergab eine repräsentative Umfrage der Krankenkasse DAK. Die meisten davon klagten allgemein über Müdigkeit. Der Umfrage zufolge gaben Frauen häufiger als Männer an, schon einmal Probleme mit der Zeitumstellung gehabt zu haben.


dpa

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