Donnerstag, 20. Dezember 2018

Abschied von Antonio Megalizzi in Trient

Am Donnerstag nahmen Familie, Freunde und Bekannte Abschied vom in Straßburg getöteten Journalisten Antonio Megalizzi. Sowohl der Dom als auch der Domplatz waren gefüllt mit Menschen. Auch dabei waren Staatspräsident Sergio Mattarella und Premier Giuseppe Conte.

Antonio Megalizzis Sarg war in die italienische und in die europäische Flagge gehüllt. - Foto: Ansa
Antonio Megalizzis Sarg war in die italienische und in die europäische Flagge gehüllt. - Foto: Ansa

Seit Mittwoch war die Leichenkapelle in der Kirche Cristo Re in Megalizzis Heimatstadtviertel geöffnet. Für Donnerstag, den Tag der Beerdigung Megalizzis, wurde in Trient die öffentliche Trauer ausgerufen. Aufgrund eines Beschluss der Regierung in Rom wurden in allen öffentlichen Büros Italiens die italienische und die europäische Fahne auf Halbmast gehisst. Der Sarg Megalizzis wurde in der italienischen und europäischen Fahne umhüllt in den Dom Trients getragen.

Externen Inhalt öffnen

Die Trauerzeremonie wurde vom Erzbischof von Trient, Lauro Tisi, zelebriert. Er hob das Engagement Megalizzis für die europäischen Werte ein. Megalizzi hielt sich seit einigen Tagen in Straßburg auf, um für Europhonica über die Sitzung des EU-Parlaments zu berichten, als er auf dem Weihnachtsmarkt in Straßburg tödlich verletzt wurde.

Europhonica ist ein Netzwerk von Universitäts-Web-Radios und überträgt einmal im Monat die Sitzungen des EU-Parlaments. Getroffen wurde Megalizzi von einem Schuss in den Kopf. Seine Überlebenschancen standen von Anfang an schlecht. Vergangenen Freitag erlag er im Krankenhaus dann seinen schweren Verletzungen. Nicht geschafft hat es auch sein polnischer Freund, der am Sonntag ebenfalls seinen Verletzungen erlag.

„Träumte von einem Europa ohne Grenzen“

So viele hätten in den vergangenen Tagen Zeugnis abgelegt über die Menschlichkeit, die Intelligenz, die Sympathie, die Großzügigkeit und den außergewöhnlichen Altruismus des Gestorbenen, meinte der Bischof. „Das alles löscht nicht das Drama aus, das seinen Tod umgibt“, der Schmerz der Angehörigen – Mutter Annamaria, Vater Domenico, Schwester Federica und seine Verlobte Luana – nehme einem den Atem und verlange nach Schweigen.

„Antonio träumte von einem Europa ohne Grenzen und ohne Vorurteile. Da gab es für ihn keine Alternativen“, so der Bischof weiter. Er habe mit seiner Radiosendung wie Don Quichotte gegen Windmühlen gekämpft, stets und unermüdlich. Er brachte neue Ideen, wie man die Europäische Union erklären könnte. Der 29-Jährige liebte seine Arbeit - er wollte vieles erreichen. Bis er beim Anschlag in Straßburg von einer Kugel am Kopf getroffen wurde und wenige Tage später seinen Verletzungen erlag.

„Antonio wird kein Symbol werden, keine Gedenkstatue, er wird weiterhin unter uns sein, in unseren Herzen. Wir werden seinen Traum weitertragen, der auch unser Traum ist“, nahm ein Freund des Journalisten Abschied.

stol/D/apa

stol