Der Trauergottesdienst fand in der Kapuzinerkirche von Neumarkt statt und wurde von Dekan Christoph Schweigl zelebriert. Neben einer ranghohen Abordnung der Schützen nahmen auch Landesrat Luis Walcher sowie die Landtagsabgeordneten Harald Stauder, Andreas Leiter Reber, Sven Knoll, Hannes Rabensteiner, Franz Ploner und Jürgen Wirth Anderlan von Fontana Abschied.<h3> „Geprägt von einem ausgeprägten Gerechtigkeitsempfinden“</h3>In der Kapuzinerkirche zeichnete die langjährige SVP-Abgeordnete Martha Stocker das Leben und Wirken Josef Fontanas nach. Sie würdigte ihn als einen Menschen, der der Heimat „im tiefsten Sinne der Bedeutung“ verbunden gewesen sei - nicht sentimental, sondern im Bewusstsein, dass Heimat und Menschen Einsatz und Verantwortung brauchen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1322346_image" /></div> <BR /><BR /> Fontana sei geprägt gewesen von einem ausgeprägten Gerechtigkeitsempfinden, von Unbestechlichkeit in der Suche nach Wahrheit, von akribischem Dokumentieren, großem kulturellen Interesse und einem enormen Wissen, das er stets leise und ohne Aufhebens weitergegeben habe.<h3> Ein „Kind der Zeit und der Umstände“</h3>Stocker erinnerte daran, dass Josef Fontana ein „Kind der Zeit und der Umstände“ gewesen sei – geprägt von der Ungerechtigkeit, die Südtirol und seinen Menschen widerfahren war. Er habe zu jenen gehört, die in der schweren Zeit Südtirols Verantwortung übernommen hätten, um auf schreiende Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen. Dabei sei er einer der klarsten Vertreter der Linie Sepp Kerschbaumers gewesen, der stets die Maxime ausgegeben hatte, kein Menschenleben zu gefährden.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1322349_image" /></div> <BR /><BR />Auch auf den hohen persönlichen Preis, den Josef Fontana für seinen Einsatz bezahlt hatte, ging Martha Stocker ein. Fast acht Jahre verbrachte er im Gefängnis. Diese Zeit nutzte er nicht nur zur Vorbereitung auf die Externisten-Matura, sondern auch zur intensiven Beschäftigung mit europäischer Geschichte, Kultur- und Geistesgeschichte, Literatur und Malerei. Später studierte er Geschichte, Germanistik und Philosophie und promovierte mit seinem umfassenden Werk über den Kulturkampf in Tirol, das zu einem Standardwerk der tirolischen Geschichtsschreibung wurde.<h3> „Leben in besonderer Weise in den Dienst seiner Heimat gestellt“</h3>Besonders hervorgehoben wurde auch Fontanas jahrzehntelanges Wirken im kulturellen und wissenschaftlichen Bereich. Als Generalsekretär des Südtiroler Kulturinstituts von 1985 bis 1999 widmete er sich in vielfältiger Weise der Kulturarbeit. Daneben entstanden zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, darunter bedeutende Werke zur Geschichte Tirols, zu seiner Heimatgemeinde Neumarkt und zum Unterland, zur Geschichte des italienischen Nationalismus sowie zur Person Sepp Kerschbaumers. <BR /><BR />Bis zuletzt arbeitete Fontana mit großer Akribie an historischen Themen, insbesondere an seinem unvollendeten Werk über die sogenannten Wienerkinder nach dem Ersten Weltkrieg.<BR /><BR />Nach dem Trauergottesdienst bewegte sich die Trauergemeinde zum Friedhof von Neumarkt, wo Dekan Christoph Schweigl die Einsegnung vornahm.<BR /><BR />Am offenen Grab ergriff der Landeskommandant des Schützenbundes, Christoph Schmid, das Wort. In seiner Grabrede würdigte er Fontana als einen Menschen, der sein Leben in besonderer Weise in den Dienst seiner Heimat gestellt habe. Fontana sei Historiker, Forscher, Chronist und Zeitzeuge gewesen - aber mehr noch: ein Südtiroler, der gewusst habe, woher er komme und was seinem Land widerfahren sei.