Wie der Geschäftsführer des Jagdverbandes, Benedikt Terzer, erklärt, gab es vor einigen Jahren in bestimmten Revieren Schwierigkeiten mit dem Wildtierbestand. In der Folge habe man die Ursachen überprüft und sei zum Entschluss gekommen, dass die Gründe sehr unterschiedlich sein können. Zu hoch angesetzte Abschusspläne, äußere, nicht kontrollierbare Ereignisse wie Witterung oder andere Störfaktoren seien nur einige davon. Die zuständige Kommission habe nach der Prüfung punktuelle Anpassungen vorgenommen. „Aktuell haben wir erfreulicherweise keine nennenswerten Probleme mehr“, so Terzer. <h3> Bejagung wird immer schwieriger</h3>Etwas anders sieht das der Direktor der Abteilung Forstdienst, Günther Unterthiner: „Auch wenn den Revieren meist nur einzelne Stücke fehlen, macht es auf Ebene der Populationseinheiten trotzdem wieder einiges aus.“ Für die Nichteinhaltung der Abschusspläne gebe es verschiedene Ursachen. „Zunächst muss festgehalten werden, dass es einer großen Anstrengung bedarf, die Abschüsse im öffentlichen Interesse zu erfüllen“, so Unterthiner. Hinzu kämen zunehmend Störungen im Lebensraum des Wildes. Besonders beim Rotwild habe dies dazu geführt, dass Tiere nachtaktiver und zugleich die Bejagung schwieriger wurde. <h3> Anpassung der Abschusspläne nicht vorgesehen</h3>Tatsache ist, dass die Abschusspläne in den letzten Jahrzehnten in einigen Gebieten als Reaktion auf den zunehmend festgestellten Wildeinfluss in Wald, Wiesen und Obstkulturen stark angestiegen sind. Eine effiziente Bejagung könne jedoch nur durch das Erlegen weiblicher, adulter Stücke erfolgen. <BR /><BR />„Es bleibt aber die Vorliebe des trophäentragenden Hirsches, weshalb die Bejagung des Kahlwildes oft als Belastung wahrgenommen wird“, betont Unterthiner und erklärt: „In Zukunft müssen waldbauliche Parameter stärker ins Gewicht fallen, da der festgestellte Einfluss des Wildes auf die Vegetation der bessere Indikator fürs Gleichgewicht zwischen Wild und Lebensraum ist als die absolute Höhe des Wildbestandes.“ Eine grundlegende Anpassung der Abschusspläne sei derzeit aber nicht vorgesehen, da sie erst 2023 vereinheitlicht und anhand einer neuen Berechnungsmethodik angepasst wurden. <h3> Jäger als unverzichtbare Partner</h3>Südtirols Wälder haben in der Vergangenheit durch Sturm, Schnee, Borkenkäferbefall und Waldbrände gelitten – darunter auch Schutzwälder, deren Funktion für ein Leben in einem Gebirgsland wie Südtirol unverzichtbar ist. Eine schnelle Wiederbewaldung freier Flächen und die Förderung von Mischbaumarten sind notwendig, um Wälder zukunftsfähig zu machen. <BR /><BR />„Waldeigentümer und die Forstbehörde brauchen die Jägerschaft als unverzichtbaren Partner mit im Boot, um diese Ziele für die Allgemeinheit zu erreichen. Eine Regulierung der Wildbestände ist ein wesentlicher Eckpfeiler für eine nachhaltige Entwicklung unserer Wälder“, so Unterthiner.<h3> Jägerschaft in Südtirol stabil</h3>Auch Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher bestätigt, dass die Abschusspläne vorerst unverändert bleiben. „Die Jägerschaft bemüht sich sehr und steht unter großem Druck“, so der Landesrat. Trotzdem könne Südtirol auf eine starke, engagierte Jägerschaft zählen. Während die Zahl im restlichen Staatsgebiet rückläufig sei, halte Südtirol seit Jahren rund 6.000 Jäger, darunter viele junge Waidleute. „Unsere Jäger erfüllen ihre Aufgabe mit großem Einsatz und Verantwortungsbewusstsein“, so Walcher abschließend.