Auch am Sonntag noch waren alle Augen auf den Hangrutsch in der Gemeinde Abtei gerichtet, wo sich eine Fläche von nicht weniger als 40 Hektar in Bewegung gesetzt hatte. Ein Hubschrauberflug von Geologen, den Experten der Landesabteilung Wasserschutzbauten und der Carabinieri sollte am Vormittag Klarheit über das Ausmaß der Schäden schaffen und einen Überblick über die Lage ermöglichen.Festgestellt hat man dabei, dass die Rutschgeschwindigkeit nach einer Verlangsamung am Samstag (STOL hat berichtet) am Sonntag wieder zugenommen hat, und zwar vor allem im nördlichen Teil des betroffenen Hanges, erklärte Hanspeter Staffler, Leiter des Landeszivilschutzes.Deponie für Erdmassen geschaffenIm Weiler Sotrú war die Situation am Sonntag unverändert. Unverändert versuchte man auch mit Hilfe von Baggern den Matara-Hof und Larcenei vor dem anrutschenden Material zu retten.Im unteren Bereich des rutschenden Hanges fällte man Bäume. Auch ein Rückhaltebecken für die Erdmassen mit einem Fassungsvermögen von 20.000 bis 30.000 Kubikmetern wurde angelegt.Die Gasleitung wurde unterbrochen, die Gasversorgung von Pedraces und Stern wird aber trotzdem gewährleistet.Gader umgeleitetNeuigkeiten gab es indes von der Gader, die bereits in die am Samstag verlegte Rohrleitung umgeleitet worden war.Die Leitung hatte eine Länge von 200 Metern, am Sonntag arbeitete man an einer Verlängerung um weitere 100 Meter.Zudem galt ein Augenmerk der Fachleute der Kläranlage, die vor dem anrutschenden Material geschützt werden musste. Dafür zog man einen Experten zu Rate.Außerdem war der Umweltzug der Freiwilligen Feuerwehr Bruneck im Einsatz.105 Helfer am Hang im EinsatzInsgesamt waren nicht weniger als 105 Einsatzkräfte vor Ort, im Lagezentrum in Bozen wachten zusätzliche sieben Zivilschutz-Fachleute über die Lage.