Sonntag, 26. September 2021

Abtreibungsverbot: San Marino stimmt ab

In San Marino könnte das Abtreibungsverbot fallen.

San Marino stimmt über Abtreibung ab.
San Marino stimmt über Abtreibung ab. - Foto: © shutterstock
In der kleinen Enklave im Norden Italiens sind am Sonntag seit 7.00 Uhr die Wahllokale für ein Referendum offen, mit dem das Verbot zum Schwangerschaftsabbruch unter allen Umständen – auch Vergewaltigung – abgeschafft werden soll. Wahlberechtigt sind 35.411 Personen, 22.970 davon in San Marino und die anderen im Ausland. Für die Gültigkeit des Referendums ist keine Mindestbeteiligung vorgesehen.

In 32 Wahllokalen können die Stimmberechtigten wählen, die Urnen sind am Sonntag bis 20.00 Uhr offen.

Das Referendum wurde dank der Mobilisierung der feministischen Gruppe „Unione Donne Sammarinesi“ (Union der Frauen San Marions/UDS) erreicht. In der Minirepublik ist Schwangerschaftsabbruch unter allen Umständen verboten, auch bei Vergewaltigung, schweren Missbildungen des Fötus und Gefahr für das Leben der Frau.

Einer der wenigen Orten mit fast vollständigem Verbot

San Marino bleibt einer der wenigen Orte in Europa – neben Vatikanstadt, Malta, Andorra, Liechtenstein und Polen, das ein fast vollständiges Verbot des Schwangerschaftsabbruchs eingeführt hat -, an denen Abtreibungen nicht erlaubt oder sehr kompliziert sind. Frauen aus San Marino, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen wollen, wenden sich daher an italienische Einrichtungen.

Gerade die Nähe zu Italien habe dazu geführt, dass sich das Verbot in San Marino über die Jahre hinweg gehalten hat, betonten Frauenverbände. Da die Anonymität gewährleistet ist, sei die Verfolgung einer Frau, die im Ausland abgetrieben hat, sehr kompliziert.

Ähnlich strenge Gesetze zum Thema Abtreibung wie in San Marino gibt es in Europa nur noch in Andorra und Malta. In Liechtenstein darf eine Frau ihre Schwangerschaft nur vorzeitig beenden, wenn ihre Gesundheit oder ihr Leben gefährdet sind oder sie nach einer Vergewaltigung schwanger wurde. In Monaco und Polen sind Abtreibungen zudem möglich, wenn der Fötus schwere Missbildungen aufweist.

apa/dpa

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