Montag, 15. Juli 2019

Abzocke im Internet: Streaming-Abofallen

Beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) in Bozen melden sich jede Woche Verbraucher, die Zahlungsaufforderungen von den Betreibern von Streaming-Abofallen bekommen haben. Das EVZ erklärt, wie Betroffene reagieren sollten und wie Sie sich vor den Abofallen schützen können.

Auch viele Südtiroler werden im Internet Opfer von Abzockern.
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Auch viele Südtiroler werden im Internet Opfer von Abzockern. - Foto: © shutterstock

Bei diesen Streaming-Abofallen handelt es sich um Internetseiten, auf denen bekannte Filme in deutscher Sprache und auf den ersten Blick kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Erst nach Ablauf der fünftägigen Gratis-Testphase wird dem Nutzer bewusst, dass er ein teures Jahresabonnement erworben hat. Schon im November 2017 hatte das EVZ erstmals davor gewarnt.

Fast 3 Jahre später gibt es diese Abofallen immer noch. Die Betreiber der Streaming-Abofallen sind kreativ, was die Namenswahl der Internetseiten beziehungsweise der Betreiberfirmen anbelangt, das Layout der Internetseiten hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert.

Auch die Vorgangsweise der Betreiber der Abofallen ist dieselbe geblieben: Nach Ablauf der kostenlosen Testphase bekommt der Betroffene zunächst eine Zahlungsaufforderung des Seitenbetreibers per Email zugeschickt. Erfolgt keine Zahlung, wird der Verbraucher angerufen, gemahnt oder beides. Führen weder Anrufe noch Mahnungen zum Erfolg, treten Inkassounternehmen auf den Plan und erhöhen den Druck weiter, um die Verbraucher zum Zahlen zu bewegen. Ein probates Mittel ist dabei die Androhung eines gerichtlichen Mahnverfahrens oder einer Pfändung mit Angabe des Pfändungstermins. In der Vergangenheit hatten Verbraucher auch von Mahnschreiben angeblicher Anwaltskanzleien aus Deutschland berichtet, welche die Verbraucher wegen vermeintlicher Urheberrechtsverletzungen zur Kasse gebeten hatten.

Wie können betroffene Verbraucher reagieren?

 - Lassen Sie sich von den Drohungen (z. B. Androhung einer Pfändung) nicht einschüchtern.

- Zahlen Sie nicht!

- Verwenden Sie die kostenlosen Musterbriefe, die Sie auf der Internetseite www.euroconsumatori.org herunterladen können.

 

Wie können Sie sich vor den Streaming-Abofallen schützen?

 - Lesen Sie sich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) vor der Anmeldung durch.

- Seien Sie vorsichtig bei der Weitergabe von personenbezogenen Daten.

- Eine Liste der bekanntesten Streaming-Abofallen finden Sie auf der Internetseite des österreichischen Internet Ombudsmanns: www.watchlist-internet.at

stol

stol