„Schüler aus dem Bozner Raum werden nur zu einem verschwindend kleinen Prozentsatz ins 'Klassische' nach Meran pendeln. Das hat sich bereits in den letzten Jahren abgezeichnet und lässt sich auch aus übergreifenden Untersuchungen über Pendlerströme ablesen“, so Adami. Die Schüler würden in Bozen bleiben und eine andere Fachrichtung wählen, wenn es das öffentliche „Klassische“ in Bozen nicht mehr gebe.Ihr gehe es aber vor allem um einen grundlegenderen Aspekt in der derzeitigen Auseinandersetzung.„In den letzten Tagen haben sich zahlreiche Persönlichkeiten aus dem Wissenschaftsleben, aus dem Kulturbereich, sogar von Wirtschaftsverbänden zu Wort gemeldet und sich für die Klassische Bildung und gegen die Reduzierung dieses Angebots ausgesprochen. Die Gründe für die Beibehaltung der öffentlichen Klassischen Lyzeen wurden minutiös und überaus klar dargelegt“, betont die Direktorin.Gesellschaft und Politik müssten sich entscheiden.„Will man diesen wichtigen Bildungsweg unterstützen oder nicht? Das ist die zentrale Frage und diese Diskussion muss geführt werden. Dass ‚Minderheiten‘ eines besonderen Schutzes bedürfen, das sollte man in Südtirol nicht weiter erklären müssen. Diese Unterstützung von Politik und Gesellschaft brauchen wir. Wir als Schulen werden dann dafür Sorge tragen, dass wir dieses Vertrauen nicht enttäuschen. Es geht darum, Chancen zu eröffnen, nicht zu verhindern“, kündigt Adami an.Als Direktorin des Humanistischen Gymnasiums Bozen werde sie alles tun, auch die klassische Aus- und Fachrichtung an der Schule in Bozen weiterleben zu lassen. „Möglichkeiten zu eröffnen – das muss ein Prinzip von Schule sein, nicht, sie zu verhindern“, so Adami.