Freitag, 17. Mai 2019

Adan: Fehler bei Diagnose

Bei der Diagnose von Adan Hussains Krankheitsbild seien Fehler unterlaufen: Die Ärzte hätten nicht erkannt, welcher Verlauf sich anbahnte. Zu dem Schluss sind Amtsgutachter Sandro La Micela und sein Kollegium gekommen.

Adan starb am am 7. Oktober 2017.
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Adan starb am am 7. Oktober 2017.

Auf die wichtigste Frage von Richter Emilio Schönsberg – nämlich, ob es einen klaren Zusammenhang zwischen einem Versäumnis und dem tragischen Tod des 13-Jährigen gab – konnten die Sachverständigen keine endgültige Antwort geben. Das Beweissicherungsverfahren ist nun abgeschlossen, jetzt ist wieder der Staatsanwalt am Zug.

Wie berichtet, litt Adan an einer Muskeldystrophie des sehr seltenen Typs Duchenne. Bei einem Sturz aus dem Rollstuhl brach er sich beide Oberschenkel. Am 6. Oktober 2017 wurde er ins Bozner Spital gebracht, wo die Brüche versorgt wurden. Da Adan auch Atemprobleme hatte, wurde sein Brustkorb geröntgt. Auf einem Röntgenbild sei den Gutachtern zufolge eine Verschlechterung zu sehen gewesen – was eine Alarmglocke hätte schrillen lassen müssen, vornehmlich bei jenen Ärzten, die Adan am Vormittag nach dem Röntgen untersucht bzw. betreut hätten. Doch die richtige Diagnose sei nicht gestellt und entsprechend auch keine unterstützende Therapie eingeleitet worden.

Adan starb am am 7. Oktober – laut Autopsie infolge einer massiven Fettembolie. Fettgewebe war nach dem Knochenbruch freigesetzt worden und bis zur Lunge gelangt. Studien zufolge nehme eine Fettembolie nur in rund 10 Prozent der Fälle einen tödlichen Verlauf, bei Duchenne-Patienten könne der Anteil aber bei bis zu 50 Prozent liegen. Eine sofortige unterstützende Therapie hätte Adans Überlebenschancen zwar erhöhen können, eine Garantie sahen die Gutachter aber nicht.

D/rc

stol