Dienstag, 26. April 2022

Adenoviren Auslöser der mysteriösen Hepatitis-Fälle bei Kindern?

Noch immer ist die Ursache für die vielen mysteriösen Hepatitis-Fälle bei Kindern nicht gefunden: 169 Fälle hat die WHO offiziell gezählt, 17 Transplantationen waren bisher nötig. Ein Kind ist der Krankheit erlegen. Ein Virus sehen Mediziner aber inzwischen als mögliche Spur zur Ursache.

Adenoviren können verschiedene Erkrankungen hervorrufen, zum Beispiel Bindehautentzündungen, Lungenentzündungen und Magen-Darm-Infektionen. - Foto: © shutterstock

169 offiziell von der WHO gezählten Fälle von akuter Hepatitis bei Kindern, 17 Transplantationen und ein Todesopfer: Es gibt immer noch keine offizielle Antwort auf die Frage nach deren Ursache. Die Hypothese, dass ein Adenovirus eine Rolle spielt, wird – mit aller gebotenen Vorsicht – durch die offiziellen Worte eines Berichts zur Aktualisierung der Situation der Weltgesundheitsorganisation gestärkt, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet.

„Das Adenovirus ist eine mögliche Hypothese“, schreibt die WHO und fügt hinzu, dass die Untersuchungen noch andauern.

Sowohl in Großbritannien als auch in den Niederlanden wurde ein signifikanter Anstieg der Adenovirus-Zirkulation festgestellt. In 74 Fällen wurde das Adenovirus nachgewiesen, während in 19 Fällen eine Infektion mit Covid plus Adenovirus festgestellt wurde.

In vielen Fällen wurden gastrointestinale Symptome wie Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen beobachtet, die einer schweren akuten Hepatitis und erhöhten Leberenzymwerten vorausgingen. „Die meisten Betroffenen hatten kein Fieber. Die üblichen Viren, die eine akute Virushepatitis verursachen (Hepatitis-A-, -B-, -C-, -D- und -E-Viren), wurden in keinem dieser Fälle nachgewiesen. Internationale Reisen oder Verbindungen zu anderen Ländern wurden nach den derzeit verfügbaren Informationen nicht als Faktoren identifiziert“, erklärt die WHO.

Deutlich mehr Adenovirus-Infektionen festgestellt

In mindestens 74 Fällen wurde das Adenovirus nachgewiesen, 18 wurden als Typ F 41 identifiziert. SARS-CoV-2 wurde in 20 Fällen der getesteten Personen nachgewiesen. Darüber hinaus wurde bei 19 Personen eine Koinfektion mit SARS-CoV-2 und Adenovirus festgestellt.

„Im Vereinigten Königreich, wo bisher die meisten Fälle gemeldet wurden, wurde in letzter Zeit ein deutlicher Anstieg der Adenovirus-Infektionen in der Bevölkerung beobachtet, nachdem zu Beginn der Covid-19-Pandemie eine geringe Verbreitung zu verzeichnen war. Die Niederlande berichteten auch über eine zunehmende Verbreitung des Adenovirus in der Bevölkerung. Aufgrund der verbesserten Labortests für Adenoviren könnte es sich hierbei jedoch um eine seltene Erkrankung handeln, die bisher unerkannt blieb und nun aufgrund der verbesserten Tests erkannt wird“, so die Weltgesundheitsorganisation abschließend.

Mit Stand vom 21. April 2022 gibt es mindestens 169 Fälle von akuter Hepatitis unbekannter Herkunft aus 11 Ländern der Europäischen Region der WHO und einem Land der Amerikanischen Region der WHO. Fälle wurden aus dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland (VK) (114), Spanien (13), Israel (12), den Vereinigten Staaten von Amerika (9), Dänemark (6), Irland ( 5), den Niederlanden (4), Italien (4), Norwegen (2), Frankreich (2), Rumänien (1) und Belgien (1) gemeldet.

Die Situation wird ständig aktualisiert, und gestern zählte das Gesundheitsministerium 11 Verdachtsfälle in Italien, von denen 2 bestätigt wurden, sowie eine Transplantation.

stol

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