Rund 120 Mitglieder aus dem ganzen Land waren der Einladung des Landesvorsitzenden Richard Stampfl gefolgt. Dieser hatte die Ehre auch LH Arno Kompatscher als Gast begrüßen zu dürfen. Das 1. Mal präsentierte sich der Verein unter dem neuen Namen.<BR /><BR />Der Landesvorsitzende Richard Stampfl, sowie Karl Stocker (Bereichsleiter Fahrdienst) und Verena Wolf (Bereichsleiterin Verein) gaben in ihren Berichten Rückblick auf ein bewegtes Jahr.<BR /><BR /><b>Interview mit Richard Stampfl Landesvorsitzender des Vereins<BR /> adlatus- Verein für Menschen mit Beeinträchtigung</b><BR /><BR /><b>Mitgliederversammlung 2022 unter dem Motto „Wir sind (noch) wieder da!“ Was hat es damit auf sich?</b><BR /><BR />In den letzten Jahren ist der Verein „Arbeitsgemeinschaft für Behinderte“ immer wieder auf Grund verlorener Ausschreibungen den Fahrdienst für Menschen mit Behinderung in Not geraten und konnte sich nur Dank der liquiden Reserven über Wasser halten. Gestärkt und zur Freude aller absolvieren wir nun wieder in Bietergemeinschaft mit Easy mobil und dem KSM landesweit den Fahrdienst für Schüler mit Beeinträchtigung sowie den Großteil der Fahrten im Auftrag der Bezirksgemeinschaften.<BR />Diese positiven Entwicklungen verschaffen dem Verein wieder mehr Planungssicherheit was die Vereinstätigkeit anbelangt. Denn es sind die Einnahmen des Fahrdienstangebotes, welche die Finanzierung der Aktivitäten, für die über 800 Mitglieder landesweit erst möglich machen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="762425_image" /></div> <BR /><BR /><b>„adlatus“ so der neue Namen des Vereins. Was bedeutet er?</b><BR /><BR />Schon länger stand eine Namensänderung im Raum, da der Name „Arbeitsgemeinschaft für Behinderte“ nicht mehr zeitgemäß ist. Der neue Name sollte metaphorisch für Leichtigkeit, Lebendigkeit und Beweglichkeit stehen, keiner Übersetzung bedürfen, wohlklingend, kurz und prägnant sein, den Aspekt des zur Seite Stehens, des Beistandes und Unterstützers berücksichtigen. So reifte der Name vom lateinischen Wort „alatus“ (beflügelt) durch das Hinzufügen des Konsonanten „d“ zu „adlatus“, welches mit „zur Seite stehen, Beistand Unterstützer, Helfer“ übersetzt wird. Der Verein steht den Mitgliedern bei, verhilft ihnen zu mehr Leichtigkeit, Beweglichkeit, Lebendigkeit und Freiheit. Das Icon wurde nicht wesentlich verändert, als Zeichen der Wertschätzung für das bisher Geleistete und in Erinnerung an den Gründungspräsidenten Hubert Torggler, der den Verein 1978 gegründet hat.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="762428_image" /></div> <BR /><BR /><b>Welche sind die Schwerpunkte des Vereins?</b><BR /><BR />Einmal der Fahrdienst für Menschen mit Beeinträchtigung und/oder Mobilitätseinschränkung und zum zweiten die Organisation von Freizeitangeboten, welche den Bedürfnissen unserer Mitglieder angepasst sind. Mobilität spielt dabei für Menschen mit Beeinträchtigung bzw. mit altersbedingter Mobilitätseinschränkung eine große Rolle. Sie ermöglicht Teilhabe und Inklusion, sei es im schulischen und beruflichen Kontext wie auch in der Freizeitgestaltung. adlatus veranstaltet jährlich auf Bezirks- und Landesebene im Schnitt insgesamt 85 Aktivitäten (Halb-, Ganztages- und Mehrtagesveranstaltungen). Durchschnittlich 60 Ehrenamtliche/Freiwillige leisten jährlich 7000 Freiwilligenstunden. Für die Freizeit werden mit den Vereinsbussen rund 30.000 Kilometer zurückgelegt.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="762431_image" /></div> <BR /><BR /><b>Welche sind die Hauptziele des Vereins?</b><BR /><BR />Die ursprünglichen Ziele haben für uns auch heute noch Gültigkeit. Unter anderem sind dies Betroffene zu mehr Engagement bewegen, ihr Selbstbewusstsein zu heben durch die Förderung ihrer Entfaltungsmöglichkeiten und Kontaktmöglichkeiten zwischen Betroffenen und nicht Betroffenen zu schaffen.<BR /><BR /><b>Wie hat sich die Pandemie auf das Vereinsleben ausgewirkt?</b><BR /><BR />Viele öffentliche Einrichtungen und Betreuungsangebote waren zeitweise geschlossen. Adlatus sowie auch andere soziale Vereine hat versucht, wenigstens einen Teil der Unterstützungsbedürftigen durch Freizeit- oder Alternativangebote aufzufangen und die Angehörigen dadurch zu entlasten. Sobald es die Sicherheitsregelungen zuließen begann man im ganzen Land im Kleinen mit Aktivitäten, auch dank der engagierten ehrenamtlichen Ausschüsse und Freiwilligen. Nichtsdestotrotz kann man aber nicht leugnen, dass das Ehrenamt unter der Pandemie gelitten hat und die Auswirkungen spür-, bzw. erlebbar sind.<BR /><BR /><b>Welche Rolle spielen soziale Vereine und Verbände wie adlatus für die Gesellschaft?</b><BR /><BR />Von Seiten der Politik ist mittlerweile die wichtige Rolle von Sozialen Vereinen für die Gesellschaft erkannt worden. Werte und Ziele, die sich das Vereinswesen setzen, entsprechen den Grundlagen, die auch den Organen der öffentlichen Hand zu Grunde liegen. Beide arbeiten für soziale Zwecke, um Aktivitäten von öffentlichem Interesse und zugunsten der Gemeinschaft durchzuführen. Es ist wichtig, dass das Ehrenamt auf Augenhöhe mit der öffentlichen Verwaltung auftreten kann und als Partner und nicht als Bittstellen angesehen wird.<BR /><BR /><b>Was ist ihre persönliche Motivation sich ehrenamtlich zu engagieren?</b><BR /><BR />Die Stärke eines Landes wird oft an Wirtschaftszahlen gemessen, aber der Aspekt „Bedeutung des Ehrenamtes für die Gesellschaft“ darf nicht fehlen. Nicht nur für diejenigen denen es zugutekommt, sondern auch für jene die sich engagieren. Ich bin dankbar mich mit meinem know how und meiner Berufserfahrung im Wirtschaftsbereich im Verein sinnvoll einbringen zu können und freue mich über die strahlenden Gesichter, wenn nach einem schönen Ausflug, die Teilnehmer glücklich nach Hause fahren, weil sie Gemeinschaft erleben durften.<BR /><BR /><b>Wie sieht der Fahrplan aus? Welche sind die nächsten Ziele, die sich der Verein gesteckt hat?</b><BR /><BR />Individuelle Freizeitangebote und Projekte für kleinere Gruppen, Vernetzung mit anderen Verein zur Schaffung und Nutzung von Synergie, internationale Kontakte aufbauen. Wir wollen einen Fokus auf die Ausbildung von Freiwilligen legen und Personen, die altersbedingt oder auf Grund einer Erkrankung in Ihrer Mobilität eingeschränkt sind gezielt ansprechen.<BR />