Freitag, 31. Januar 2020

Ägypten: 12-jähriges Mädchen stirbt nach Genitalverstümmelung

Ein 12-jähriges Mädchen ist in Ägypten an den Folgen einer Genitalverstümmelung gestorben. Die Staatsanwaltschaft habe die Verhaftung des Arztes angeordnet, der das Beschneidungsritual mutmaßlich an dem Mädchen durchgeführt hatte, berichtete die ägyptische Zeitung Al-Ahram am Freitag.

In Ägypten werden trotz Verbot immer noch Beschneidungen bei jungen Mädchen durchgeführt. Der  Eingriff mit oft tödlichen Folgen gilt als schwere Menschenrechtsverletzung
In Ägypten werden trotz Verbot immer noch Beschneidungen bei jungen Mädchen durchgeführt. Der Eingriff mit oft tödlichen Folgen gilt als schwere Menschenrechtsverletzung - Foto: © shutterstock

Auch die Eltern und ein Onkel des Mädchens aus der Provinz Assiut seien zunächst in Gewahrsam genommen worden. Die 12-jährige war bereits am Mittwoch nach Komplikationen durch den Eingriff gestorben, wie der halbstaatliche Nationale Rat für Frauen mitteilte.

Genitalverstümmelungen bei Frauen (FGM) sind in Ägypten seit 2008 gesetzlich verboten. Dennoch werden gerade in ländlichen Regionen immer noch Beschneidungen bei jungen Mädchen in dem nordafrikanischen Land durchgeführt. UN-Schätzungen zufolge haben 81 Prozent der ägyptischen Mädchen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren eine Form von Genitalverstümmelung erlebt. Das Land hat nach Somalia oder Mali eine der höchsten Raten weltweit. Der Eingriff gilt als schwere Menschenrechtsverletzung.

Als Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen gilt jede Prozedur, bei der die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane aus nicht medizinischen Gründen ganz oder teilweise entfernt werden. Der Eingriff führt oft zu starken Blutungen, Infektionen und später zu Zysten und Totgeburten.



dpa