Lucia Laura Sangenito gehört mit ihren 115 Jahren zu den Super-Hundertjährigen, Menschen also die weit über die 100 Jahre hinaus leben. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/der-club-der-super-hundertjaehrigen" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Hier erfahren Sie mehr dazu)</a><BR /><BR />Nonna Laurina hat dementsprechend bewegte Zeiten erlebt: den Untergang der Monarchie unter Viktor Emanuel III., beide Weltkriege, den Übergang zur Republik 1946 und gleich zwei Pandemien – die Spanische Grippe und später Covid. Ein langes Leben, geprägt von persönlichen Höhen und tiefen Verlusten. Mit 23 heiratete sie, bekam vier Kinder, verlor zwei von ihnen kurz nach der Geburt und überlebte schließlich auch ihren Ehemann, der 2010 nur wenige Monate vor seinem 100. Geburtstag starb. Im Alter von 108 Jahren musste sie sich einer heiklen Operation am Oberschenkelhals unterziehen – und überstand auch diesen Eingriff.<BR /><BR />Ihre beeindruckende Widerstandskraft hat nicht nur biografische, sondern wohl auch genetische Wurzeln: Schon ihre Mutter wurde über 100 Jahre alt. Von ihr scheint Laurina die Ruhe und Bodenständigkeit geerbt zu haben – und den schlichten, aber erfüllenden Lebensstil. Heute lebt sie bei ihrer Tochter Maria, umgeben von familiärer Zuneigung und der Wärme der Nachbarschaft.<BR /><BR />Vor Kurzem zeigte sich die Super-Hundertjährige wieder öffentlich: Trotz ihres hohen Alters nahm sie im Oktober an der Prozession zu Ehren des Heiligen Michael, des Schutzpatrons von Sturno, teil und verneigte sich – wie jedes Jahr – vor der Heiligen Darstellung direkt vor ihrem Haus. An ihrer Seite standen ihre Tochter Maria Abbondandolo, Bürgermeister Vito Di Leo, weitere Gemeindevertreter sowie Pfarrer Don Alberico Grella. <BR /><BR />„Wir sollten uns alle ein Beispiel an Laurina nehmen“, betonte der Geistliche. „In ihrem Alter wollte sie ihren Heiligen noch einmal grüßen und ihm ihre Bitten anvertrauen. Die jungen Menschen könnten viel von ihr lernen.“ Auch der Einsatz für ihre Familie werde heute erwidert: „Sie hat die Liebe zur Familie stets an erste Stelle gesetzt. Jetzt bekommt sie diese Liebe zurück.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1240839_image" /></div> <BR />Laurina blickt auf ein Leben voller Entbehrungen zurück. Die „schönsten Jahre“ ihrer Jugend verbrachte sie im Steinbruch von Frigento, einem harten Arbeitsplatz, der wenig Raum für Leichtigkeit ließ. Gemeinsam mit ihrem Mann sorgte sie dafür, dass die Kinder genug zum Leben hatten. Vielleicht macht gerade diese Lebensgeschichte sie für viele so faszinierend: eine Frau, die trotz aller Herausforderungen nie den Mut verlor und in deren Nähe man das Geheimnis eines langen Lebens zu spüren glaubt – eines Lebens, das von Einfachheit, Disziplin und tiefer familiärer Verbundenheit geprägt ist.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1240842_image" /></div> <BR /><BR />Ihre Tochter Maria beschreibt sie als Ruhepol der ganzen Familie: „Nonna Laurina vermittelt jeden Tag Sicherheit. Bei jedem Problem suche ich ihren Rat – und sie hat immer eine Antwort, dank eines Lebens voller Verantwortungsbewusstsein und Ausgeglichenheit.“ Ihr tiefer Glaube begleitet sie bis heute. Sie betet viel, hört religiöse Radiosendungen und verfolgt Gottesdienste im Fernsehen. <h3> Leichte Kost und keinen Wein</h3>Auch beim Essen bleibt Laurina ihrer Linie treu. Sie kocht zwar nicht mehr selbst, genießt aber weiterhin jede Mahlzeit – maßvoll, aber mit gutem Appetit. Gemüse gehört für sie immer dazu, und abends darf eine leichte Suppe nicht fehlen. Süßes hingegen lässt sie links liegen, und auch auf Wein verzichtet sie. „Ich trinke keinen Wein, deshalb habe ich noch den Kopf klar“, sagte sie einmal.<BR /><BR />Ihr Lebensmotto fasst sie selbst schlicht zusammen: „Ich habe viele Opfer gebracht, aber ich nehme das Leben, wie es kommt und bin zufrieden, wie es ist“, sagt sie. „Wenn ich jetzt sterben würde, wäre ich glücklich über alles, was ich erlebt habe. Ich danke Gott. Was Er will, das tue ich. Er hat mir diese Jahre geschenkt – und ich nehme sie an.“<BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/jetzt-ist-sie-die-aelteste-im-land" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Übrigens: Die älteste Südtirolerin ist Isabella Pelà, geboren am 26. Juli 1914.</a>