Vor 300 Jahren war das Gymnasium als Lateinschule gestartet. Die 3 Fächer: Religion, Latein und Griechisch. Martina Rainer, die Direktorin des Sozialwissenschaftlichen, Sprachen- und Kunstgymnasiums, ließ 300 Jahre Geschichte lebendig wie kurzweilig Revue passieren. Gegründet wurde das Gymnasium von den Marienberger Benediktinern – zuerst im Ansitz Seisenegg, 1732 bezog man den neuen Sitz im Rennweg. Warum Meran? „Weil das Bistum Chur bis nach Meran reichte“, sagt Rainer. Und Philipp Kuschmann, Abt des Stiftes Marienberg, fügte in seinen Grußworten schmunzelnd hinzu: „Wir hatten die besseren Beziehungen zu Wien als die Jesuiten.“<BR /><BR />Deutsch als eigenständiges Fach kam erst 120 Jahre später hinzu, 1811 wurde bereits Italienisch als Freifach eingeführt. Der Faschismus zwang die Benediktiner, den Unterricht 1927/28 einzustellen. „1946 wurde das Gymnasium als einziges öffentliches Gymnasium im Lande wieder aufgebaut“, sagte Rainer. 1966 wurde es nach dem Absolventen, Schriftsteller und Theologen Beda Weber benannt. Mit den 1980-er Jahren nahmen die Sprachenfächer zu, aber die Absolventen des Klassischen Gymnasiums ag – 2025/26 ist Kehraus. Es sei schwierig, Schüler für klassische Bildung zu begeistern, sagen Direktorin Rainer und Vizedirektorin Maria Kiem. „Die klassische Bildung hat die Schule sehr geprägt, seit 2000 war sie aber nur mehr eine Nische mit wenigen Schülern, aber diese voller Engagement“, so Rainer und Kiem.<BR /><BR />Bildungslandesrat Philipp Achammer zitierte den spanischen Philosophen George Santayana mit dem Satz „Wer sich nicht an die Geschichte erinnert, ist verurteilt, sie neu zu durchleben“. Die Antwort darauf sei „Bildung“, betonte Achammer. Für Abt Philipp Kuschmann ist klassische Bildung „Rüstzeug für alle Eventualitäten“. Vizebürgermeisterin und Absolventin Katharina Zeller rief alle Schüler auf, für ihre Schule Werbung zu machen, „damit humanistische Bildung auf weitere 300 Jahre zählen kann“.<BR /><BR />Ein Feuerwerk für eine klassische Bildung zündete Christoph Stragenegg, Direktor des Vinzentinums in Brixen. Schule müsse Schüler geistig und sprachlich fit machen. Sprache sei Vehikel des Denkens, es gelte der Sprachverrohung und der Geschichtsvergessenheit entgegenzuwirken. „Geschichte ist ein Fundus guter Lösungen. Schule muss befähigen, den Weg der Mitte zu gehen. Der neue Extremismus macht uns die größten Probleme“, so Stragenegg.