Donnerstag, 15. März 2018

Äpfel gegen Birkenpollenallergie

„AppleCare“ ist ein neu vorgestelltes Projekt, das sich eine Immuntherapie gegen Birkenpollenallergie zum Ziel gesetzt hat. Am Donnerstag wurde es in der Laimburg vorgestellt.

Über 70 Prozent aller Birkenpollenallergiker zeigen allergische Reaktionen beim Essen bestimmter Obstsorten, insbesondere von Äpfeln
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Über 70 Prozent aller Birkenpollenallergiker zeigen allergische Reaktionen beim Essen bestimmter Obstsorten, insbesondere von Äpfeln

Zur Hauptblütezeit der Birke herrscht in den Augen, Nasen und Hälsen vieler Allergiker Ausnahmezustand: Die Bindehäute sind gereizt und die Schleimhäute geschwollen. Über 70 Prozent aller Birkenpollenallergiker zeigen zudem allergische Reaktionen beim Essen bestimmter Obstsorten, insbesondere von Äpfeln: Juckreiz in Mundhöhle, Rachenraum, auf Lippen, Zunge, bis hin zu den Ohrkanälen. In diesen Fällen "verwechselt" das Immunsystem gewissermaßen den Apfel mit einem Birkenpollen und löst durch seine Überreaktion das klassische Symptombild der Birkenallergie aus.

Diese Reaktion will sich das Projekt von „AppleCare“ zunutze machen, um eine alternative Immuntherapie für die Birkenpollenallergie zu entwickeln. Unter der Leitung von Molekularbiologe Thomas Letschka wollen die Projektpartner Versuchszentrum Laimburg, Krankenhaus Bozen, Universität Innsbruck und Medizinische Universität Innsbruck herausfinden, ob es möglich ist, die Birkenpollenallergie durch den Verzehr von Äpfeln zu therapieren. 

Verwandte Moleküle 

Im Apfel gebe es Moleküle, die mit jenen Eiweißen der Birke verwandt sind, die allergische Symptome auslösen, erläuterte Klaus Eisendle, Primar der Abteilung Dermatologie am Krankenhaus Bozen. Die Ähnlichkeit der beiden Eiweiße könne bei Birkenpollenallergikern Kreuzreaktionen verursachen, wenn sie Äpfel essen.

Diese Kreuzreaktion biete aber auf der anderen Seite auch die Möglichkeit, Äpfel als therapeutisches Mittel für eine Birkenpollen-Hyposensibilisierung einzusetzen. Im Projekt werden nun jene Apfelsorten und Apfelmengen ermittelt, die sich bei einer kontrollierten Aufnahme zur Behandlung der Pollenallergie eignen. Auf diese Weise könnte der Apfel zum "Medikament" werden, das für den Patienten erträglicher als die herkömmliche langjährige Immuntherapie und rezeptfrei erhältlich ist.

stol

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