Eine Entlastung der äußerst angespannten Lage auf dem Bozner Wohnungsmarkt könnte die konsequente Sanierung der Gemeindewohnungen bringen. 699 Wohnungen gehören der Gemeinde. Sie werden für niedrige Mieten jenen Personen zur Verfügung gestellt, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.<BR /><BR /> Allerdings stehen ca. 100 dieser Wohnungen pro Jahr leer. In Zeiten massiver Wohnungsnot ein absolutes Unding. SVP-Co-Fraktionssprecher Hannes Unterhofer hatte deshalb zuletzt deutlich mehr Geld im Gemeindehaushalt gefordert, um mehr Wohnungen schneller zu sanieren und auf den Wohnungsmarkt zurückzubringen. Eine Wohnungssanierung koste ca. 80.000 Euro. Allerdings sei im Haushalt zu wenig Geld vorgesehen, um deutlich mehr Sanierungen möglich zu machen.<BR /><BR />Vizebürgermeister Stephan Konder schlägt ein anderes Modell vor. „Von den derzeit rund 100 Wohnungen können von der Gemeinde jährlich nur etwa 25 saniert werden. Deshalb wird geprüft, wie ein Teil dieser leer stehenden Wohnungen für den Mittelstand zugänglich gemacht werden kann. Aufgrund der begrenzten Sanierungskapazitäten wird eine verstärkte Zusammenarbeit mit Genossenschaften in Betracht gezogen“, so der Stadtrat, der für öffentliche Arbeiten zuständig ist.<h3> Vermietung an Genossenschaften?</h3> Um die Anzahl der verfügbaren Wohnungen zu erhöhen, überlege die Stadtverwaltung, Genossenschaften einen Teil der leerstehenden Wohnungen für einen festgelegten Zeitraum zur Vermietung zur Verfügung zu stellen. „Im Gegenzug könnten die Genossenschaften die Renovierungskosten übernehmen und die Wohnungen dann für eine gewisse Zeit, die mit der Gemeinde vereinbart würde, vermieten“, erklärt Konder. Der Vorteil: Die Gemeinde spart sich das Geld für die Sanierungen, die durch die Genossenschaften unbürokratischer und damit schneller hergerichtet werden könnten. Erste Gespräche mit Genossenschaften habe es bereits gegeben, so der Vizebürgermeister. Der Stadtrat werde sich sehr bald mit dem Thema befassen, so Konder. <BR /><BR />Von Unterhofer erhält er dafür grundsätzlich Unterstützung. „Wenn der politische Wille nicht da ist und die Geldmittel nicht vorhanden sind, muss man nach Alternativen suchen, um diese leerstehenden Wohnungen schnellstmöglich auf den Markt zu bringen.“ Die Gemeinde könne diese zu sanierenden Wohnungen, die sonst ja nach der Renovierung dem Wohnbauinstitut zur Verfügung gestellt würden, auf dem freien Markt an die Mittelschicht vermieten, mit bestimmten Vorgaben und bestimmten Richtlinien. „Ob das über das Modell Genossenschaft bürokratisch und rechtlich gesehen möglich ist, oder über das Modell Gemeinde, die die Wohnungen dann auf dem freien Markt bringt, wäre zu klären. Sollte es über Genossenschaften unbürokratischer gehen, wäre das sicher eine gute Idee“, so Unterhofer.