Donnerstag, 05. November 2020

Äschen im Durnholzer See freigesetzt

Im Rahmen des Projekts „Äsche Talfer“ wurden vor kurzem genetisch überprüfte Adria-Äschen im Durnholzer See im Sarntal freigesetzt.

Heimische Adria-Äschen tummeln sich nun wieder im Durnholzer See. Möglich wurde dies durch das Projekt "Äsche Talfer".
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Heimische Adria-Äschen tummeln sich nun wieder im Durnholzer See. Möglich wurde dies durch das Projekt "Äsche Talfer". - Foto: © Aquatisches Artenschutzzentrum
Mit dem Projekt „Äsche Talfer“ zielt das Aquatische Artenschutzzentrum der Agentur Landesdomäne darauf ab, eine sich selbst erhaltende Population der Adria-Äsche im Durnholzer See zu etablieren. Dazu wurden am Mittwoch dieser Woche heimische Adria-Äschen im See freigesetzt. Durch den Erstbesatz mit genetisch überprüften Wildfischen wird dort nun ein selbst erhaltender Äschen-Bestand entstehen.

Die Adriatische Äsche (Thymallus aeliani) ist eine angestammte Fischart für das Adria-Einzugsgebiet und damit für die Etsch und die Talfer. Gewässerverbauung, Wassernutzung und Gewässerverschmutzung haben in den letzten Jahren zu rückläufigen Beständen geführt. Auch ist es zu einer genetischen Vermischung von verschiedenen Äschen-Linien gekommen.

Autochtone Fischbestände erhalten

„In der Roten Liste der Wirbeltiere Italiens wird die Adria-Äsche als stark gefährdet geführt“, erklärt der Landesrat für Land- und Forstwirtschaft Arnold Schuler. „Um diesem negativen Trend entgegenzuwirken und die heimische Äsche zu erhalten, haben wir das Projekt 'Äsche Talfer' ins Leben gerufen.“

Dabei arbeitet das Aquatische Artenschutzzentrum der Agentur Landesdomäne mit dem Fischereiverein Sarntal, dem Dachverband FIPSAS (Federazione Italiana Pesca Sportiva e Attività Subacquee), dem Fischereiverein Bozen, der Fondazione Edmund Mach in San Michele all’Adige und dem Landesamt für Jagd und Fischerei zusammen.

Im Frühjahr 2019 wurden wildlebende Äschenlarven in der Etsch gefangen und in das Aquatische Artenschutzzentrum am Rothtalerweg in Schenna transportiert, wo sie bis zu einer Größe von etwa 15 Zentimetern unter möglichst naturnahen Bedingungen gehalten wurden. Nach dem Erreichen der Zielgröße wurde jeder einzelne Fisch mittels Mikrochips markiert.

Im Labor der Fondazione Edmund Mach wurde zudem jeweils eine kleine Gewebeprobe entnommen. Die Ergebnisse zeigten, dass 86 Prozent der untersuchten Individuen die genetischen Qualitätskriterien erfüllen und somit zum heimischen „Adriastamm“ gehören. Die heimischen Adria-Äschen haben nun im Durnholzer See ein neues Gewässer gefunden.

lpa

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