Wir haben mit Dr. Elke Maria Erne, Primarin für Infektionskrankheiten am Krankenhaus Bozen, gesprochen, wie sie die Lage einschätzt und wie sich der Südtiroler Sanitätsbetrieb vorbereitet. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1062252_image" /></div> <BR /><BR />Mpox hießen früher Affenpocken, weil sie zufällig erstmals bei Affen nachgewiesen worden waren. Die aktuelle Infektionswelle wird von einer neuen Variante des Virus bestimmt, der Klade I des Mpox-Virus. Sie scheint wesentlich aggressiver (ansteckender und mit schwereren Verläufen) zu sein, als der vergleichsweise harmlose Erreger der Welle im vorvergangenen Jahr. <BR /><BR />Gerade im Kongo verzeichnet man dieser Tage einen starken Anstieg der Todesfälle durch Mpox-Infektionen. Seit Jahresbeginn starben allein dort 548 Infizierte. Die Behörden verzeichneten insgesamt 15.664 mutmaßlich Infektionsfälle, doch die tatsächliche Anzahl könnte weitaus höher sein. <h3> „Kein Grund zur Panik“</h3>Grund zur Panik bestehe hierzulande nicht, betont Dr. Erne. „Um sich mit Mpox anzustecken, muss man – anders als beim Coronavirus – engen Körperkontakt mit einer infizierten Person haben. Insbesondere beim Sexualverkehr werden die Viren übertragen“, weiß sie. Damit ist das Virus weit weniger ansteckend als Corona und ein Schutz leichter möglich. <BR /><BR />Dennoch geht Dr. Erne davon aus, dass auch in Südtirol Fälle, wie nun in Schweden, auftauchen könnten. „Es ist Urlaubszeit und man reist mittlerweile in alle möglichen Länder. Es muss uns also klar sein, dass es auch in Europa zu einer Welle kommen kann. Das sind die negativen Folgen der Globalisierung“, sagt sie. <h3> Symptome</h3>Die Symptome sind anfangs, laut Dr. Erne, Fieber und Gelenkschmerzen, ähnlich einer Grippe. Erst in einem zweiten Moment kommt der typische Ausschlag. Bei einem Verdachtsfall sollte man sich bei der Infektionsabteilung des Sanitätsbetriebes melden. <BR /><BR />Das Mpox-Virus ist mit dem klassischen Pockenvirus verwandt. Wer also noch in die Generation fällt, die gegen Pocken geimpft wurde, hat ein geringeres Risiko, sagt Dr. Erne: „Wer damals geimpft wurde, hat schon einen gewissen Schutz, vor allen Dingen vor schwereren Verläufen“, sagt sie. Doch zur Risikogruppe gehöre diese Generation eigentlich nicht, so Dr. Erne. Gefährdet seien eher die jüngeren, durch ihr Reise- und Sexualverhalten. <BR /><BR />Eine vorbeugende Impfung könne daher für bestimmte Personen durchaus Sinn machen. „Wir bereiten uns jetzt jedenfalls darauf vor. Es gibt einen Impfstoff, den werden wir bestellen und dann können wir impfen, nicht sofort, aber zeitnah“, so Dr. Erne. Dass die Affenpocken zu einer tödlichen Gefahr in Südtirol werden könnten, glaubt sie nicht. „In den meisten Fällen verschwinden die Symptome wieder von selbst. Ein höheres Risiko, schwer zu erkranken, haben auch bei diesem Virus Menschen mit Vorerkrankungen bzw. Immunschwäche“.