„Seit die Auswertung der Flugschreiber begonnen hat, sind zahlreiche Details bekanntgeworden, die eigentlich bis zur Veröffentlichung des Abschlussberichtes hätten vertraulich bleiben sollten“, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Brief dreier Opferverbände aus Deutschland, Italien und Frankreich an den französischen Premierminister François Fillon.Es sei auffällig, dass diese Elemente jeweils gewissen Unternehmen oder Medien zugutekäme, die eine Verbindung zur Luftfahrt hätten, heißt es weiter. Im Hintergrund stehen Berichte der vergangenen Woche, nach denen die Air-France-Maschine vermutlich keine technischen Mängel aufgewiesen habe. Die ersten Ergebnisse der Auswertung ließen eher auf einen Pilotenfehler schließen, hatte die Zeitung „Le Figaro“ berichtet. Der Eigentümer des Blattes, Serge Dassault, gehört zu den Großen der französischen Luftfahrtindustrie.Am Wochenende hatte „Der Spiegel“ berichtet, dass der Pilot Marc Dubois kurz vor dem Absturz vermutlich nicht im Cockpit gewesen sei. Die Ergebnisse der Auswertung der Flugschreiber sollen Ende Juni bekanntgegeben werden.Bei dem Absturz im Juni 2009 waren alle 228 Menschen an Bord ums Leben gekommen, unter ihnen drei Südtiroler. Klar ist bis heute nur, dass es auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris in einer Unwetterfront Probleme bei der Geschwindigkeitsmessung gab. Die Flugschreiber des abgestürzten Airbus waren Anfang April auf dem Grund des Atlantiks entdeckt worden. Ihre Daten werden derzeit in Frankreich ausgewertet.dpa