Freitag, 27. März 2020

Akt der Solidarität: Südtirols Tapezierer produzieren Schutzmasken

Das soziale Engagement und der Ideenreichtum des Südtiroler Handwerks kennt keine Grenzen. Zahlreiche Tapezierer haben ihre Tätigkeit auf die Produktion von Mundschutzmasken umgestellt.

Die hergestellten Schutzmasken.
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Die hergestellten Schutzmasken. - Foto: © lvh
Kreativität und Flexibilität zählen zu den größten Stärken der Südtiroler Tapezierer. Aufgrund der sich überschlagenden Ereignisse und der zunehmenden Nachfrage, haben einige ihre Produktionspalette in den letzten Tagen kurzum umgestellt. So stellt Christian Prinoth aus Tscherms mit einer Mitarbeiterin waschbare Hygiene-Mundmasken für Altersheime, Lebensmittelproduktionen und -verkaufsstellen her.

Auch das Tapeziererunternehmen Inamadecor aus Leifers hat die Betriebsproduktion auf Masken und Schürzen für Altersheime umgestellt. Um diese Näharbeiten auch weiter fortsetzen zu dürfen, war aufgrund der Beendigung der Produktivität – welche mit Freitag Mitternacht gültig wird – eine Sondergenehmigung vom Regierungskommissariat erforderlich.


Einweg-Mundmasken für Zivilschutz

Die Tapezierer im lvh leisten einen weiteren Solidaritätsakt. „Vor wenigen Tagen haben wir eine Anfrage für die Herstellung von Einweg-Mundmasken vom Südtiroler Zivilschutz erhalten. Den Stoff für die Masken hat uns Pfarrer Don Mario Gretter aus Bozen zur Verfügung gestellt“, erklärt Berufsbeiratsmitglied der Tapezierer/Raumausstatter im lvh Robert Egger. Gesagt, getan. In nur wenigen Stunden kam der Vorschlag vom Berufsbeirat, nähfreudigen Frauen die Herstellung von solchen Masken beizubringen.

In einem Video-Tutorial illustriert Christian Prinoth, wie man mit Schablonen diese hygienischen Einweg-Schutzmasken fertigt. Anschließend sollen diese in Bozen verteilt werden. „Trotz der schwierigen derzeitigen Situation ist dies eine gute Gelegenheit zu zeigen, wie wandelbar und kreativ unser Beruf ist. Aus den sozialen Medien habe ich erfahren, dass einige junge Schülerinnen in Eigenregie und mit großem Engagement angefangen haben, Mundmasken zu nähen. Das freut mich sehr und vielleicht wird dadurch Lust auf einen praktischen Beruf geweckt. Gerne können sich interessierte junge Mädchen und Burschen für Fragen hinsichtlich Ausbildung an uns wenden“, erklärt der Obmann der Tapezierer/Raumausstatter im lvh Hannes Premstaller.

stol

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