Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich 77 Personen wegen 107 verschiedener Verdachtsmomente ins Visier genommen. Darunter waren u.a. Bestechung, Manipulation von Ausschreibungen, illegale Parteienfinanzierung, Falschbeurkundung, Urbanistik- und Steuervergehen. <BR /><BR />Den schwersten Vorwurf – die Bildung einer kriminellen Vereinigung – erhoben die Ermittler gegen den gefallenen Nordtiroler Großinvestor René Benko, den Bozner Wirtschaftsberater Heinz Peter Hager, den Trentiner Unternehmer Paolo Signoretti, die Bozner Architekten Andrea Saccani und Fabio Rossa, die Bozner Gemeindebeamtin Daniela Eisenstecken, den Bozner Publizisten Lorenzo Barzon, die Bürgermeisterin von Riva, Cristina Santi und den Trentiner Ex-Senator und ehemaligen Bürgermeister von Dro, Vittorio Fravezzi. <BR /><BR />Im Dezember beantragte die Staatsanwaltschaft dann aber, alle Ermittlungspunkte bis auf 24 gegen 28 verbleibende Verdächtige zu den Akten zu legen – was der Trienter U-Richter Enrico Borrelli ablehnte und eine Zwangsanklage verfügte. <BR /><BR />Diese liegt inzwischen vor, sie betrifft 37 Beschuldigte und umfasst insgesamt 38 Anklagepunkte: In fünf davon steht der Erschwernisgrund der mafiösen Methoden – nämlich Einschüchterung – im Raum. Die Vorverhandlung dürfte sich über gar einige Verhandlungstage hinziehen. <BR /><BR />Es ist nicht auszuschließen, dass der ermittelnde Trienter Staatsanwalt Alessandro Clemente und seine Bozner Kollegin Federica Iovene erneut die Einstellung des Verfahrens für eine Reihe von Beschuldigten beantragen könnten.