Mittwoch, 26. Februar 2020

„Aktion Verzicht 2020 for future“

Die „Aktion Verzicht“ hat für die Fastenzeit 2020 ganz bewusst das Thema „for future“ gewählt. Die Akteure – 65 Vereine sowie öffentliche und private Einrichtungen − wollen damit unterstreichen, dass jeder seinen Beitrag dafür leisten kann, dass die Welt besser wird und zwar in jeder Hinsicht: beim Klima- und Umweltschutz, aber auch im sozialen Miteinander.

Die ,Aktion Verzicht„ hat  sich von Anfang an das Ziel gesetzt, während der Fastenzeit nicht nur  auf Genussmittel zu verzichten, sondern auch  Haltungen und Einstellungen zu hinterfragen .
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Die ,Aktion Verzicht„ hat sich von Anfang an das Ziel gesetzt, während der Fastenzeit nicht nur auf Genussmittel zu verzichten, sondern auch Haltungen und Einstellungen zu hinterfragen . - Foto: © DLife
Um die Bevölkerung zum Mitmachen zu animieren, wurde das Plakat auch heuer wieder in Kalenderform gestaltet: jeden Tag ein Türchen zum Aufmachen mit einem Tipp zum bewussten Verzicht auf etwas. Darüber hinaus gibt es auch noch verschiedene andere Initiativen von Trägern und Mitträgern, welche diese in die „Aktion Verzicht for future“ mit einbringen.


Gewohnheiten kritisch beleuchten

Die ,Aktion Verzicht„ hat sich von Anfang an das Ziel gesetzt, während der Fastenzeit nicht nur auf Genussmittel zu verzichten, sondern auch Haltungen und Einstellungen zu hinterfragen . „Klima- und Umweltschutz, aber auch ein gutes soziales Miteinander haben viel mit uns, mit unserem Verhalten zu tun. Mit dem Thema ,for future„ wollen wir bewusst dazu beitragen, während der Fastenzeit und darüber hinaus manche Gewohnheit kritisch zu beleuchten, sie uns bewusster zu machen und nötigenfalls zu ändern. Schließlich geht es um unser aller Zukunft“, sagt Peter Koler, Direktor vom Forum Prävention. Dieses hat die „Aktion Verzicht“ im Jahr 2004 gemeinsam mit der Caritas, dem Katholischen Familienverband, dem deutschen und ladinischen Bildungsressort und der Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste gegründet hat. Ihnen haben sich von Jahr zu Jahr mehr Institutionen, Einrichtungen und Vereine angeschlossen, heuer sind es insgesamt 65. Zudem wird die Aktion heuer von der jungen Initiative „Friday’s for future Southtyrol“ unterstützt.

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Dass die „Aktion Verzicht“ in Südtirol inzwischen schon so gut wie zur Fastenzeit dazugehört, zeigt auch eine Astat-Studie, die 2019 gemacht wurde. Demnach kennen 44 Prozent der 14- bis 85-jährigen Südtiroler die Inititative „Aktion Verzicht“. Der Großteil von ihnen (84 Prozent) bewertet sie positiv und jeder Vierte (23 Prozent) nahm sogar an ihr teil. Von denjenigen, die bei der Aktion von 2019 teilgenommen haben, verzichteten etwa 90 Prozent ganz oder teilweise auf Alkohol.


Ein Verzichttipp für jeden Tag

Der Auftakt für die „Aktion Verzicht 2020“ wird am Aschermittwoch, 26. Februar, gemacht; die Aktion endet am Karsamstag, 11. April. Auf dem Plakat, das auch heuer im Kalenderformat gestaltet wurde, findet sich für jeden Tag ein Verzichttipp. Um viele zum Mitmachen bei der „Aktion Verzicht“ zu erreichen, wird auf sie auch über die Social Media Kanäle Facebook und Instagram, Radio und Inserate aufmerksam gemacht und es werden verschiedene Mitmach-Initiativen angeboten.

„youngCaritas for future“: Die youngCaritas wird während der „Aktion Verzicht“ auf Facebook und Instagram, aber auch via E-Mail bildliche Kurzbotschaften verschicken, welche die Menschen wachrütteln und zum Nachdenken bringen sollen. „Während der Fastenzeit wollen wir nicht nur an uns selbst denken, sondern auch an unsere Mitmenschen, wie wir mit ihnen umgehen und was wir besser machen können“, unterstreicht Caritas-Direktor Paolo Valente den Sinn dieser Initiative. Wer die Kurzbotschaften der youngCaritas über E-Mail erhalten möchte, kann sich gerne unter der E-Mail-Adresse [email protected] mit dem Betreff „forfuture“ dafür anmelden. Die Botschaften werden montags, mittwochs und freitags verschickt.


Akzente in Richtung Nachhaltigkeit setzen

Aktion „Gutes Leben“ des Katholischen Familienverbandes Südtirol (KFS): Der KFS bringt eine der insgesamt 4 Aktionswochen vom Projekt „Gutes Leben“ in die „Aktion Verzicht“ mit ein. Diese Aktionswoche erstreckt sich auf den Zeitraum 9. bis 15. März und widmet sich dem Thema „Zu gut für die Tonne“. Damit möchte der KFS Familien dazu anregen, im eigenen Haushalt Akzente in Richtung Nachhaltigkeit zu setzen und gerade mit Lebensmitteln achtsam umzugehen. „Familien sind die ersten Wertevermittler unserer Gesellschaft“, sagt KFS-Präsidentin Angelika Weichsel Mitterrutzner. Deshalb will man diese, aber auch andere Interessierte über verschiedene Impulse zum Nachdenken und Handeln auffordern und zu einem achtsameren Umgang mit Mensch und Natur animieren. Die Aktionswoche wird in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Südtirol organisiert. Wer sich an konkreten Aktionen beteiligen möchte bzw. gerne mehr Informationen dazu hätte, erhält diese über den „Gutes-Leben-Mailversand“ unter www.familienverband.it kostenlos online.

„F(r)isch.mich – die natürliche Alternative“ nennt sich die Initiative der Südtiroler Bäuerinnenorganisation für die „Aktion Verzicht“ und zielt auf den bewussten Verzicht von Plastiktaschen ab. Die Südtiroler Bäuerinnen möchten damit die Konsumenten beim Einkauf von frischem Gemüse und Früchten dazu animieren, zu wiederverwendbaren Einkaufstaschen zu greifen bzw. diese sprichwörtlich als erste Wahl herauszufischen. Diese Taschen sind für all jene, die am Bauernmarkt, im Hofladen oder beim Obst- und Gemüsehändler einkaufen, ein echtes Highlight, denn sie sind individuell, leicht, waschbar und umweltfreundlich. Umweltfreundlich sind sie deshalb, weil sie einerseits wiederverwendbar sind und/oder auch zusätzlich aus natürlichen Materialien hergestellt werden können. Bei der Aktion werden neben der Verteilung von einigen Taschen auch die Bastelanleitungen an alle Interessierten ausgehändigt. Schritt für Schritt zeigt die Bäuerinnen-Dienstleisterin auf, wie die Taschen selbst hergestellt werden. Die Aktion wird vom Raiffeisenverband Südtirol unterstützt. Genauere Informationen zur Aktion selbst sind unter www.baeuerinnen.it erhältlich.


Verzicht auf Plastik

„Freude schenken – mit Wörtern & Musik“, das will das JUKIBUZ im Südtiroler Kulturinstitut während der „Aktion Verzicht“. Manche Wörter bleiben besser ungesagt. Aber auf Wörter, die Freude schenken, sollte man nie verzichten. Die Sprachstelle und das JUKIBUZ im Südtiroler Kulturinstitut haben im Rahmen der Initiative „WortSchatzSüdtirol“ alle Südtirolerinnen und Südtiroler dazu ermuntert, Wörter einzusenden, die ihnen Freude bereiten. Eine Auswahl der schönsten Einsendungen samt Begründung wird der Schauspieler Peter Schorn dem Publikum vortragen. Das Trio Cordes y Butons begleitet mit beschwingter Musik. So sollen die gesammelten Wörter samt Musik allen Patienten, Besuchern und Mitarbeitern des Krankenhauses Freude bereiten. Die Veranstaltung findet am Dienstag, den 24. März 2020, um 10.30 Uhr, im Krankenhaus von Brixen, Gebäude C (Ex Sanatorium), Glashalle linker Flügel statt und zwar in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsbezirk Brixen.

Ebenfalls mit dem Thema „Einkaufstaschen/Verzicht auf Plastiktaschen“ beschäftigt sich das Netzwerk der Eltern-Kind-Zentren Südtirols. Zumal nicht jeder immer eine Stofftasche zur Hand hat, werden in den Elkis während der Fastenzeit sog. Baumständer mit Stofftaschen aufgestellt, an denen sich jeder bedienen kann: Die Stofftaschen können dort ausgeliehen und wieder zurückgebracht werden. Die Elkis freuen sich über Nachahmer des Projektes.

Die Deutsche und die Ladinische Bildungsdirektion unterstützen die Aktion Verzicht, indem sie die Schulen ersuchen, sich für diese Initiative einzusetzen, verbunden mit dem Ziel, während der Fastenzeit bestimmte Verhaltensmuster im Umgang mit Plastik kritisch zu hinterfragen und mögliche positive Veränderungen anzustreben. Angesichts des Klimawandels kann die junge Generation beim „Plastikfasten“ aktiv werden und einige Tipps befolgen oder weitere kreative Ideen umsetzen, um ganz gezielt in der Schule oder auch im persönlichen Leben einen umweltfreundlichen Beitrag zu leisten.

stol