Sobald der Alarm für einen Notfalleinsatz piepst, müssen sie Spritze und Kanüle im Krankenhaus weglegen und schnell zu Hilfe eilen. Die Rede ist von den Rettungspflegern. Denn wenn sie mit dem Notarzt ausrücken, ist Eile geboten, um schnell zu helfen.<BR /><BR />Seit 10 Jahren arbeiten die Rettungspfleger bei Notfalleinsätzen mit dem Notarzt und begleiten geplante Verlegungen. Anfangs wurde ihr Einsatz kritisch gesehen, doch inzwischen sind sie zu einem nicht mehr wegzudenkenden Teammitglied im Rettungsdienst geworden.Thomas Leitner, Koordinator der Krankenpfleger auf der Anästhesie und Organisator der Dienste der Rettungspfleger in Brixen berichtet über Erfahrungen und Entwicklungsmöglichkeiten.<BR /><BR /><Fett>Wo werden Rettungspfleger eingesetzt?</Fett><BR />Thomas Leitner: Die Rettungspfleger begleiten den Notarzt zu Einsätzen im Notarzteinsatzfahrzeug. Sie sind 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr abrufbar. Es sind Krankenpfleger aus einem der 3 Notfallbereiche: Intensiv, Anästhesie und Notaufnahme, die bei Einsätzen abgerufen werden. Insgesamt besteht unsere Gruppe aus 18 Rettungspflegern.<h3> Pfleger setzt Maßnahmen um</h3><Fett>Welche Aufgaben haben die Rettungspfleger im Notarzteinsatzfahrzeug?</Fett><BR />Leitner: Der Notarzt ist der Verantwortliche des Einsatzes, der abklärt, was zu tun ist. Die Maßnahmen, die notwendig sind, werden dann zum Großteil vom Rettungspfleger und ihm umgesetzt. Arzt und Pfleger werden vom Sanitätsbetrieb gestellt. Der Sanitäter des Weißen Kreuzes, der auch das konventionierte Fahrzeug des Weißen Kreuzes fährt, ist für die Organisation zuständig wie zum Beispiel Technik, Abtransport, Kommunikation mit anderen Organisationen und Landesnotrufzentrale. <BR /><BR /><Fett>Werden Rettungspfleger nur mit dem Notarzt eingesetzt?</Fett><BR />Leiter: Zudem begleiten Rettungspfleger montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr geplante Verlegungen. Falls Notwendigkeit besteht, machen sie auch selbstständig Rettungseinsätze, wenn zum Beispiel der Notarzt besetzt ist.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="761129_image" /></div> <BR /><Fett>Welche Ausbildung benötigt ein Notfallpfleger?</Fett><BR />Leitner: Der Krankenpfleger, der seine 3-jährige Fachausbildung nach der Matura abgeschlossen hat, muss in der Grundausbildung mindestens 2 Jahre im Notfallbereich tätig sein. Ein Landesbeschluss sieht zudem noch eine Zusatzausbildung von 80 Stunden vor. <BR /><BR /><Fett>Wie unterscheidet sich die Arbeit eines Pflegers mit jener des Notfallpflegers?</Fett><BR />Leitner: Der Rettungspfleger muss sich bei Einsätzen auf völlig andere Bedingungen einlassen als im Krankenhaus vorherrschen. Eventuell ist während eines Einsatzes im Freien das Wetter schlecht, die Lichtverhältnisse sind ungut, man muss in einem Hang arbeiten oder es gibt komplexe Familiensituationen. Man muss sich neu orientieren. Das reißt aus Alltag und Routine und hält fit. Um so zu arbeiten, ist aber eine konstante Fort- und Weiterbildung wichtig, die vom Südtiroler Sanitätsbetrieb zeitlich wie finanziell großzügig unterstützt wird. Von großem Vorteil ist in unserer Gruppe, dass zwei Drittel unserer Mitglieder auch selbst Ausbilder sind.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="761132_image" /></div> <BR /><Fett>Was bedeutet das?</Fett><BR />Leitner: Sie sind Ausbilder für Trauma- oder Reanimationskurse. Dieses Wissen nutzen wir in der Gruppe. Zudem sind mehrere Mitglieder auch in anderen Rettungsorganisationen wie Bergrettung oder Feuerwehr aktiv. Das stärkt die Zusammenarbeit.<BR /><BR /><Fett>Ist es schwierig, neue Rettungspfleger zu gewinnen?</Fett><BR />Leiter: In der Startphase war es schwierig, Leute zu motivieren. Inzwischen haben wir aber eine tolle Gruppe, und der Nachwuchs steht vor der Tür. Die Arbeit macht unsere Berufsgruppe attraktiver. Denn der Beruf bietet viele Möglichkeiten von der Palliativmedizin, zur Notfallmedizin, zum Instrumentieren im Operationssaal bis zur Psychiatrie. Es ist ein toller Job, auch wenn wir derzeit ein bisschen Corona-gebeutelt sind. Der Sanitätsbetrieb bietet viele positive Möglichkeiten wie Ausbildung, Karriere, Krisensicherheit. <BR /><BR /><Fett>Was wäre Ihr Wunsch für den Rettungspflegerdienst?</Fett><BR />Leitner: Ich würde mir wünschen, dass die Ressource des Rettungspflegers gezielter und besser eingesetzt wird. Hier wäre langfristig Potential. Man könnte das gesamte System dynamischer machen und in einigen Bereichen entlasten. Das Ausdehnen des Dienstes für Verlegungen auf das Wochenende und die Nacht würde viele positive Möglichkeiten für die Patientenversorgung mit sich bringen.<BR />