In Bozens Fachgeschäften für Messer und Militärartikel spielen sich immer häufiger besorgniserregende Szenen ab. Wie die Tageszeitung „Alto Adige“ auf ihrer Internetseite berichtet, ist das Interesse junger Menschen an Hieb- und Stichwaffen massiv gestiegen. Dabei geht es nicht mehr nur um Taschenmesser, sondern um Objekte, die Einschüchterung garantieren sollen.<h3> „Sie wollen etwas, das Angst macht“</h3>Die Händler in der Landeshauptstadt schlagen Alarm. Franco Lorenzi, Inhaber der traditionsreichen Messerschmiede Lorenzi in der Goethestraße, erklärt gegenüber dem „Alto Adige“, dass oft 16- oder 17-Jährige den Laden betreten, um ein Messer zu suchen, das „beeindruckt“. „Eines, das schon beim Vorzeigen Angst macht“, so Lorenzi. Er habe über die Jahrzehnte ein Gespür für diese Art von Kunden entwickelt und schicke sie unter Vorwänden weg, noch bevor die Altersfrage geklärt werden müsse.<BR /><BR />Ähnliche Erfahrungen macht Josephine Morato, Inhaberin des Geschäfts „Caposaldo“ in der Romstraße. Laut dem Bericht sei in den Jahren 2024 und 2025 die Nachfrage an Macheten und Schreckschusspistolen stark angestiegen. Sogar Kinder im Alter von elf oder zwölf Jahren hätten versucht, derart gefährliche Gegenstände zu erwerben.<h3> Das Internet als unkontrollierbare Quelle</h3>Das Hauptproblem für die Fachhändler: Während der lokale Handel streng kontrolliert wird und Minderjährige abweist, ist der Zugang im digitalen Raum grenzenlos. „Warum verkauft ihr uns das nicht, wenn wir es im Internet kaufen können?“, zitiert die Zeitung eine häufig gestellte Frage der Jugendlichen an die Händler.<BR /><BR />Online lassen sich Kontrollen spielend leicht umgehen – etwa durch die Nutzung von Accounts volljähriger Verwandter. Auch Flohmärkte werden als Orte genannt, an denen der Kauf oft unkontrolliert möglich ist.<BR /><BR />Angesichts dieser Vorfälle wurde bereits im Vorjahr diskutiert, an besonders gefährdeten Schulen Metalldetektoren am Eingang zu installieren, um die Sicherheit von Schülern und Lehrpersonal zu gewährleisten.