Bei den Busunternehmen zeigt man sich überrascht und verwundert. <BR /><BR />Aus der ASTAT-Studie über die Verkehrsunfälle 2024 geht hervor, dass immerhin 66 Personen bei Unfällen in Bussen in Südtirol verletzt wurden. SASA-Präsidentin Astrid Kofler betont, dass eine Steigerung von 65 Prozent bei der Verletztenzahl „sicherlich nicht der Realität entspricht, was die SASA betrifft“. 2024 sei nämlich ein ruhigeres Jahr als 2023 gewesen. <BR /><BR />Und auch Markus Silbernagl (Busunternehmen Silbernagl) weist darauf hin, „dass es bei uns keine Steigerung in diesem Ausmaß gegeben hat“. <h3> Ressortdirektor: Nicht immer ist Busfahrer schuld</h3>Laut dem Ressortdirektor für Infrastrukturen und Mobilität, Martin Vallazza, handelte es sich bei den 66 Verletzten im Bus „um Leichtverletzte“. Bei insgesamt 2241 Verletzten im Verkehr in Südtirol seien es somit drei Prozent. Die Busfahrten machen aber zehn Prozent des gesamten Mobilitätsverhaltens aus, rechnet der Ressortdirektor vor. <BR /><BR />„Insgesamt ist der Bus somit ein sehr sicheres Verkehrsmittel und viel sicherer als das Auto. Noch sicherer sind nur mehr Eisenbahn und Flugzeug“, meint Vallazza. „Eine Zunahme von 65 Prozent im Vergleich zu 2023 bedeutet, dass es 2023 rund 40 Verletzte waren und im Jahr 2024 dann 66 Verletzte. Das heißt, wir sprechen hier von einer Zunahme von 26 Personen.“ Weil die Zahl der Dienste erhöht worden sei und auch das Verkehrsaufkommen zunehme, steige auch die statistische Wahrscheinlichkeit für Unfälle. <BR /><BR />„Die Fahrer werden laufend geschult für sicheres Fahren“, versichert der Ressortdirektor. Nicht immer sei aber der Busfahrer schuld, wenn sich ein Fahrgast bei der Fahrt verletze. „In den Städten stehen viele Fahrgäste während der Fahrt – in solchen Fällen muss man sich umso mehr festhalten, um bei starken Bremsungen im Bus nicht hinzufallen“, betont Vallazza. Komme es zu einem Unfall, so werde mittels Videoüberwachung nachträglich kontrolliert, ob sich der Fahrgast auch richtig verhalten – und gut festgehalten habe. Bei einigen Buslinien bekomme man von Fahrgästen die Rückmeldung, dass der Busfahrer dort sehr schnell fahre. Ab und zu seien da auch die Fahrzeiten etwas knapp kalkuliert. Da würden dann die Fahrpläne angepasst, damit der Busfahrer mehr Zeit hat für seine Strecke hat, erklärt der Ressortdirektor. <h3> Zahl der Verkehrstoten ist gesunken</h3>Nach Angaben des Landesstatistikinstituts ist die Mobilität in Südtirol 2024 auf das Niveau vor der Pandemie zurückgekehrt: 1718 Verkehrsunfälle haben sich ereignet, das sind etwa fünf pro Tag. Die gute Nachricht: Die Zahl der Verkehrstoten ist 2024 gegenüber 2019 um 30 Prozent gesunken. Traurig genug aber: 32 Menschen kamen 2024 bei Verkehrsunfällen ums Leben. <h3> 14 Motorradtote, 13 Tote nach Unfall mit Pkw</h3>Einmal mehr zeigt sich, dass man auf zwei Rädern besonders gefährdet ist: Die meisten Verkehrstoten waren 2024 mit dem Motorrad unterwegs (14, siehe Grafik), 13 hingegen mit dem Pkw. Im Vergleich zu 2023 sinkt 2024 die Zahl der verunglückten Personen bei fast allen Gruppen von Verkehrsteilnehmern. Eine Ausnahme bilden Fahrgäste im Bus und Motorradfahrer. Am stärksten sinkt die Zahl der Unfälle bei Fahrzeugen für den Warentransport – um knapp 40 Prozent – von 96 Unfällen mit zwei Toten im Jahr 2023 auf 58 Unfälle ohne Tote im Jahr 2024.<BR />Fast jeden zweiten Tag wird ein Fußgänger in Südtirol angefahren: 175 Fußgänger wurden 2024 bei Unfällen verletzt, eine Person getötet. Jeder dritte Verletzte ist 65 Jahre alt oder älter. Den größten Anstieg verzeichnet dabei die Altersklasse der 30- bis 44-Jährigen (+9,7 Prozent). Gleichzeitig sinkt die Zahl der Kinder und Jugendlichen bis 17 Jahre, die in einen Unfall verwickelt sind – von 20,5 Prozent im Jahr 2023 auf 13,1 Prozent im Jahr 2024.<BR /><BR />Die meisten Unfälle ereignen sich zwischen fahrenden Fahrzeugen – jeder vierte Unfall ist ein seitlicher Frontalzusammenstoß. Etwa 18 Prozent der Unfälle sind hingegen Auffahrunfälle. Bei 9 Prozent der Unfälle werden Fußgänger angefahren. Die Zahl der Toten auf Straßen im Ortsbereich ist deutlich gesunken – von 9 im Jahr 2023 auf 4 im Jahr 2024. Auf der Autobahn ist hingegen ein Anstieg zu verzeichnen – von einem Toten im Jahr 2023 auf vier Tote im Jahr 2024. <BR />In Südtirol ereignen sich 3,2 Unfälle je 1000 Einwohner – das ist mehr als im Trentino (2,4) und mehr als im gesamtstaatlichen Durchschnitt (2,9).