<b>STOL: Herr Alber, wie ist aktuell die Situation in St. Anton?</b><BR />Martin Alber: Dank der riesigen Hilfe viele Freiwilliger, vor allem der Freiwilligen Feuerwehren aus dem gesamten Wipptal, gehen die Aufräumarbeiten im Dorf St. Anton gut voran. Die Feuerwehrleute haben mit mehreren Trupps das ganze Wochenende über durchgearbeitet. <BR /><BR /><b>STOL: Die Mure, zum Teil zweieinhalb Meter hoch, ist mitten durchs Dorf St. Anton gerauscht…</b><BR />Alber: Ja, das ist ein Wahnsinn. Aber wenn man sich das vor Augen hält, dann muss man sagen, dass wir bei allem Unglück noch großes Glück gehabt haben.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="796952_image" /></div> <BR /><BR /><b>STOL: Wie meinen Sie das?</b><BR />Alber: Es grenzt fast an ein Wunder, dass keine Menschen verletzt worden sind. Diese Mure ist direkt vom Tribulaun (<i>der Pflerscher Tribulaun ist ein 3097 Meter hoher Berg in den Stubaier Alpen, Anm. d. Red.</i>) ins Tal hinuntergerauscht. Die Ablagerungen auf diesem Gebiet oben am Berg sind riesig. Und man muss leider feststellen, dass solche extremen Unwetter-Ereignisse aufgrund des Klimawandels immer öfters auftreten. Und für das Pflerschtal ist das natürlich äußerst problematisch. <BR /><BR /><b>STOL: Sie sprechen es an: In Pflersch gab es in den vergangenen Jahren immer wieder folgenschwere Unwetter…</b><BR />Alber: Pflersch ist an bestimmten Stellen ein extrem steiles Tal und ist daher Winter wie Sommer einer gewissen Gefahr ausgesetzt. Es ist eine Illusion, dass man die Gefahr gänzlich beseitigen wird können, aber wir müssen sie abmildern und noch mehr in Schutzvorrichtungen investieren. Das habe ich auch dem Landeshauptmann und Zivilschutzlandesrat Arnold Schuler gesagt. Es geht um Menschenleben. <BR /><BR /><b>STOL: Die Einwohner von St. Anton werden nun bei jedem Unwetter in großer Angst leben…</b><BR />Alber: Zum Teil ja. Innerhalb des Dorfes gibt es aber unterschiedliche Gefahrenzonen, von Rot bis Gelb. Aber wir müssen in den kommenden Jahren unbedingt Vorkehrmaßnahmen baulicher Natur treffen, um die Gefahr abzumildern, ganz beseitigen werden wir sie leider nie können. Und wir können ja nicht das gesamte Dorf St. Anton umsiedeln. <BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/mure-trifft-sein-haus-das-erlebt-der-besitzer" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Im s+Artikel lesen Sie, wie Günther Schölzhorn, dessen Haus stark beschädigt wurde, das Unwetter in St. Anton in Pflersch erlebt hat. </a><BR />