Aus 18 Personen bestand die bayerische Schülergruppe. Die 11 Oberschülerinnen und -schüler waren mit 2 Lehrpersonen und 5 Begleitern am Dienstag in Furth bei Landshut in Niederbayern aufgebrochen und wollten mit ihren Fahrrädern die Alpen überqueren und bis nach Jesolo an die Adria radeln. Am Donnerstagvormittag starteten sie dann in Zell am Ziller, um über das Heilig-Geist-Jöchl nach Kasern im Ahrntal zu gelangen, wo sie übernachten wollten. Doch bis dahin kamen sie nicht.<BR /><BR />Über Mayrhofen und den Zillergrund erreichten sie die Hohenaualm und wollten von hier weiter in Richtung Jöchl. „Doch der viele Schnee, der im April gefallen war und hier ab einer Höhe von etwa 2000 Metern noch lag, machte der Gruppe mehr und mehr zu schaffen“, erklärt Andreas Eder von der Bergrettung Mayrhofen. Der Übergang sei grundsätzlich für eine Radtour eher ungeeignet. „Da auch noch große Schneemengen hinzukamen, mussten die jungen Leute ihre Räder die meiste Zeit tragen. Damit hatten sie offenbar nicht gerechnet.“<BR /><BR />Gegen 18.30 Uhr erreichte die Gruppe den Übergang ins Ahrntal – und hoffte hier auf bessere Bedingungen. „Doch auch auf der Südseite liegt noch einiges an Schnee“, sagt Eder. Schließlich befinde man sich auf fast 2700 Metern Höhe. „Hinzu kam, dass die Schüler erschöpft waren und nur Radkleidung anhatten, also auch zu kalt bekamen.“ Warum es dann aber doch noch gut 2 Stunden gedauert hat, bis der Notruf abgesetzt wurde, kann Eder nicht sagen. <BR /><BR />Alarm wurde schließlich gegen 20.45 Uhr geschlagen – und zwar über die Leitstelle Tirol auf Südtiroler Seite. Sofort machte sich die Bergrettung Ahrntal auf den Weg. „Auch die beiden Notarzthubschrauber Pelikan 1 und Aiut Alpin wurden angefordert“, erzählt der Ahrntaler Rettungsstellenleiter Robert Tasser.<BR /><BR />Als der Einsatz im Ahrntal schon angelaufen war, meldete die Leitstelle Tirol, dass sich der Polizeihubschrauber Libelle gerade im Zillertal befinde und den Einsatz übernehmen könne. So kam die Hilfe aus Nordtirol, an der auch die Alpinpolizei und die Bergrettung Mayrhofen beteiligt war. Die Südtiroler Helfer – neben Bergrettern und Hubschraubern war auch die Feuerwehr Prettau alarmiert worden – konnten wieder einrücken.<BR /><BR />In mehreren Hubschrauberflügen wurden die 18 Personen schließlich zur Sulzenalm gebracht, von wo sie die Bergrettung weiter ins Tal begleitete. Sie konnten in einem Hotel in Mayrhofen im Zillertal übernachten, von wo sie am Freitag die Heimreise antraten. Die Räder befinden sich indes noch auf dem Heilig-Geist-Jöchl. Wie diese zurück ins Tal kommen, kann Andreas Eder noch nicht sagen: „Entweder wir Bergretter steigen zu Fuß auf und bringen sie herunter oder ein Hubschrauber fliegt sie ins Tal.“ <BR /><BR />Warum die Gruppe den Weg über das Heilig-Geist-Jöchl und nicht über das für Radfahrer wesentlich geeignetere Hundskehljoch (2607 Meter) genommen hat, ist nicht bekannt. Der Leiter der Gruppe gab lediglich an, dass er bei der Routenplanung die Auskunft erhalten hatte, dass die Südtiroler Seite des Jöchls schneefrei sei. Doch selbst ohne Schnee ist der Steig hier für eine Radabfahrt ungeeignet. „Auch hier hätten die Fahrräder über weite Strecken geschoben oder getragen werden müssen“, sagt Robert Tasser.<BR /><BR />DETAIL AM RANDE<BR /><BR />Die Radtour der bayerischen Schülergruppe hatte einen sozialen Hintergrund. Mit der Aktion, die zusammen mit dem Bayerischen Rundfunk BR durchgeführt wurde – es waren offenbar auch 2 Mitarbeiter des Senders dabei –, sollte Geld für den deutschen Verein „Sternstunden“ gesammelt werden. Dieser unterstützt kranke, behinderte und notleidende Kinder.<Rechte_Copyright></Rechte_Copyright>