Freitag, 02. November 2018

Allerseelen: Im Gedenken geliebter Verstorbener

Auf das Hochfest Allerheiligen folgt Allerseelen. An diesem Tag wird traditionell lieben Verstorbenen gedacht. Obwohl heutzutage meist an Allerheiligen die Gräber von lieben Verstorbenen besucht werden, wäre dafür eigentlich der Allerseelen-Tag vorgesehen gewesen.

An Allerseelen wird traditionell allen armen Seelen gedacht.
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An Allerseelen wird traditionell allen armen Seelen gedacht. - Foto: © shutterstock

Die Kirche feiert an den beiden ersten Tagen im November Allerheiligen und Allerseelen. Der 1. November gilt als hoher Festtag und ist zum Unterschied zum 2. November kein Tag des Totengedenkens, sondern es wird das neue Leben gefeiert, in das die Heiligen gelangt sind und das allen Christen verheißen wird.

Allerheiligen ist von seiner Aussage auf Ostern bezogen. Das Fest ist vom Glauben geprägt, dass viele Menschen nach ihrem Tod ihr Lebensziel bei Gott erreicht haben und daher auch Heilige genannt werden können. Die Kirche gedenkt daher an diesem Tag der vielen unbekannten Heiligen, die in keinem Kalender stehen. Der überwiegende Teil der Bevölkerung nützt den Feiertag, also Allerheiligen, zum Friedhofsbesuch. An diesem Tag findet traditionsgemäß durch die katholische Kirche auch die Segnung der Gräber statt.

Allerseelen – kein Feiertag – hat seine Wurzeln im Gebet für die Verstorbenen, das bei den Christen seit dem zweiten Jahrhundert überliefert ist. Das eigentliche „Geburtsjahr“ des Allerseelen-Tages ist 998. In diesem Jahr setzte Odilo, Abt des Benediktiner-Klosters Cluny, für alle ihm unterstellten Klöster fest, dass am Tag nach Allerheiligen aller Verstorbenen durch Gebet und Messe zu gedenken sei. 

Allerseelen ist zwar kein gesetzlicher Feiertag wie Allerheiligen, aber in der Kirche gibt es bei der liturgischen Feier einige Besonderheiten: Die liturgische Farbe ist violett oder schwarz, es wird kein Gloria gesungen und anstatt der Halleluja-Rufe tritt ein Tractus (der älteste Psalmengesang, er wird auch während der Fastenzeit statt dem Halleluja eingesetzt).

Im Zuge von Allerseelen können Gläubige vom 1. bis 8. November nach den Bestimmungen der Kirche täglich einmal einen vollkommenen Ablass gewinnen. Ein Ablass ist ein von Gott geschenkter und durch die Kirche vermittelter Nachlass zeitlicher Sündenstrafen für Lebende und Verstorbene. 

stol

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