„Als mein Opa 1989 gestorben ist, begann ich, nach Nachfahren zu suchen.“ Da war Tayana Prünster junge 19 Jahre. Ihr Onkel Florian hatte auf dem Dachboden des Obereggele-Hofs eine Kiste mit alten Briefen, Fotos, Geschichten, Hoffnungen und einer Adresse. <BR /><BR />„Diese kleine Kiste wurde zu meiner Schatzkiste. Sie enthielt Briefe von diesem Onkel an seine Geschwister Anna und Antonius. Darunter schrieb er: Lieber Bruder, wenn du mir das nächste Mal schreibst, bitte schreibe Prünster mit einem I, denn das Ü wird hier nicht verwendet“, erzählt Prünster. Deswegen heißen die Verwandten auf der anderen Seite des großen Teichs Prinster.<BR /><BR />Aus diesen Briefen sei laut Tayana Prünster auch zu lesen, dass der Onkel aus Amerika die Familie in Riffian mittels Postanweisungen von fünf bis 30 Dollar unterstützt habe. Zwei Jahre lang habe sie sich eingelesen, Taufbücher studiert. In einem der Briefe stieß sie auf den Ort La Junta in Colorado. Sie schrieb ans Einwohnermeldeamt. „Nach drei Wochen bekam ich die Antwort, dass es im Friedhofsregister mehrere Prinsters gibt, aber damit hatte sich meine Quelle schon erschöpft“, so Tayana Prünster.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1324119_image" /></div> <BR /><BR />1992, bei ihrer ersten Reise in die USA, der nächste Anhaltspunkt. „Im Telefonbuch in einem Hotelzimmer fand ich den Namen Joseph Prinster samt dessen Adresse in Arizona. Ich schrieb ihm sofort und erklärte die Sachlage. Dabei wurde meine Geduld auf eine harte Probe gestellt. Denn eine Antwort bekam ich erst im Oktober 1993 von Frank Prinster Junior, einem Enkel von Joseph und dem ältesten von acht Geschwistern“, erzählt Tayana. <BR /><BR />Danach gab es kein Halten mehr. Im Juli 1995 kommt Tony Prinster als erster Amerikaner nach Südtirol, 1996 reist Tayana mit ihrer Mutter und ihrem Mann zu ihren Verwandten nach Colorado. „Es kommt zu einem ersten größeren Treffen mit 120 Prinsters und uns drei aus Europa.“ 2018 folgte ein nächstes kleineres Treffen. „Und da entstand dann der Plan ein richtig großes Familientreffen zu organisieren. Covid machte dann aber einen Strich durch die Rechnung“, so Prünster.<BR /><BR />Aber am vergangenen Samstag war es dann soweit: 48 US-amerikanische Prinsters und 60 Prünsters trafen einander in Riffian u.a. mit einem Besuch des Außerpircherhofs in Vernuer, dort wo vor rund 175 Jahren alles begann.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1324113_image" /></div> <BR /><BR />Riffians Bürgermeister Alex Turato ließ es sich nicht nehmen beim historischen Familientreffen dabei zu sein. „Hier wird ein Stück Dorfgeschichte geschrieben“, meinte Turato. Urenkel Tony Prinster ließ den Werdegang von Joseph Prinster Revue passieren, der 1887 in La Junta eine Metzgerei eröffnet hat. „Uns wurde erzählt, dass er ein 1,88 Meter großer Mann mit dichtem schwarzen Haar war. Und wer bei ihm zu Hause war, musste nie hungrig vom Tisch aufstehen“, so Tony Prinster. <h3> 4 Fragen an Tony Prinster (85) aus Colorado (USA)</h3><b>Herr Prinster, was bedeutet es Ihnen, hier in Riffian zu sein?</b><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Tony Prinster: Sehr viel. Mein Vater Frank Jr. hat mir oft von meinem Urgroßvater Joseph erzählt, von den hohen Bergen, aus denen er gekommen war und die er beschrieben hatte. Und auch davon, dass er gehofft hatte, seine Heimat vor seinem Tod noch einmal zu sehen.<BR /><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz><b>Wie ist es in Riffian?</b><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Prinster: Es ist ein bisschen wie zu Hause. Denn daheim in Colorado ist es landschaftlich sehr ähnlich. Wir haben auch hohe Berge und tiefe Täler.<BR /><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz><b>Sie wussten, dass sie Verwandte in den Alpen haben?</b><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Prinster: Ja, aber wir wussten nicht genau wo. Das änderte sich mit dem Brief von Tayana (Prünster, Anm. d. Red.) <BR /><BR /><b><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Sie reisen am Dienstag ab. Was steht noch</b> auf dem Programm?<BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Prinster: Am Sonntag besuchen wir Pfelders, am Montag ruhen wir uns aus und dann geht's zurück.