<i>von Susanne Hutter</i><BR /><BR />Im Kreise ihrer Familie ist die Welt für Deborah in Ordnung. Da kann sie so sein, wie sie ist – eine Kämpferin mit freundlichem und herzlichem Wesen. <BR /><BR /> Das war sie schon immer, erzählt ihre Mutter Manuela, während sie die schwierigen Jahre noch einmal fokussiert: Den Morgen, Ende Mai, als sie am Bauch der Kleinen einen blauen Punkt entdeckte und sofort alarmiert war. Wenige Tage zuvor hatte sie in dem Tagblatt „Dolomiten“ gelesen, dass mehrere Fälle von Meningokokken-Sepsis aufgetreten waren. „Ich wusste sofort Bescheid“, erzählt die Mutter. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-46910220_quote" /><BR /><BR /><BR />Im Krankenhaus Bozen war alles besetzt, deshalb flog ein Rettungshubschrauber Deborah in die Uniklinik Innsbruck. Die Eltern fuhren nach. Dass das Mädchen während des Transports wiederbelebt werden musste und sein Gehirn zu 75 Prozent irreversibel geschädigt wurde, erfuhren die Eltern später – und zwar mit der Prognose, dass ihr Kind nie gehen werden könne. Rund 2 Monate später kam Deborah nach Hause.<BR /><BR /><b><BR />„Annehmen und das Beste daraus machen“</b><BR /><BR />„Ich habe nie hinterfragt, wie das Leben hätte vielleicht verlaufen können“, räumt Manuela ein und ergänzt: „Das bringt nichts. Annehmen und das Beste daraus machen, die Dinge geschehen einfach.“ Es folgte eine therapieintensive Zeit im In- und Ausland. <BR /><BR />„Ich hatte 7 Jahre keine Zeit für weitere Kinder, da wäre ich niemandem gerecht geworden“, berichtet die Mutter. Als der Alltag etwas Struktur erlangte, kam Vivien zur Welt, 2 Jahre später folgte Marcel.<BR /><BR />Heute kann Deborah – dank dauerhafter Therapiemaßnahmen und mit Unterstützung – kurze Wege auch fußläufig bewältigen. Seit ihrer Volljährigkeit ist sie tagsüber im Sozialzentrum Seeburg in Brixen, wo sie sich ausgesprochen wohl fühlt.<BR /><BR /><b>Schwieriges Leben im Lockdown</b><BR /><BR /> Seit Ende des Lockdowns darf sie nur noch jede zweite Woche hin, auch andere therapeutische Maßnahmen fallen weg oder sind stark eingeschränkt. „Dabei ist ein strukturierter Tagesablauf enorm wichtig für sie“, wirft Vater Helmuth ein. „Der Lockdown war für sie annehmbarer, weil ihre Geschwister auch Zuhause bleiben mussten, verstanden hatte sie das nicht.“<BR /><BR />Ohne Deborah ist die Familie nicht komplett. „Wir waren noch nie ohne sie im Urlaub, sie ohne uns hingegen schon“, scherzt ihre Mutter. Dass ihr Geburtstag auf den Internationalen Tag der Behinderung fällt, war der Familie bislang nicht bewusst: „Sie kam ja gesund zur Welt.“