Samstag, 25. Juli 2020

Alles Irrtum?: Polizeieinsatz auf Hanfplantage in Wien auf dem Prüfstand

In der Nacht auf Freitag hatten 20 Wiener Polizisten, großteils noch Polizeischüler, alle Hände voll zu tun: In einer Halle in Liesing wurden 1.800 Hanfpflanzen abgeholzt. Der Züchter beteuert aber, die Stauden legal für Kosmetik angebaut zu haben. Der THC-Gehalt müsse erst noch geprüft werden, hieß es am Samstag von der Landespolizeidirektion, die den Bericht der „Kronen Zeitung“ bestätigte.

Hanf ist nicht gleich Hanf.
Hanf ist nicht gleich Hanf. - Foto: © APA (AFP/Symbolbild) / PHILIPPE LOPEZ
Drogenfahnder, WEGA und Polizeischüler seien ausgerückt, um das vermeintliche Suchtgift Donnerstag um 3 Uhr abzuholzen, berichtete die „Krone“. „Wir sind Bauern und doch keine Drogendealer wie Pablo Escobar. Meine Pflanzen haben einen viel zu geringen sogenannten Tetrahydrocannabinol-Gehalt, um als verbotenes Suchtgift zu gelten“, zitierte das Blatt den Plantagen-Besitzer. Er verfüge auch über das landwirtschaftliche Registrierblatt der Agrarmarkt Austria (AMA).

Der Firmenchef beziffert seinen Schaden mit 27.000 Euro. „Ich wollte aus dem THC-befreiten Cannabis edle Naturkosmetik-Öle erzeugen und diese verkaufen“, schilderte er der Zeitung.

„Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Experten des Bundeskriminalamts werden den THC-Gehalt analysieren“, sagte Polizeisprecher Paul Eidenberger auf APA-Anfrage.

apa

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