Es entstehe reichlich Unsicherheit und die Peripherie blute aus, so lautet die Befürchtung von Dr. Astrid Marsoner, Präsidentin der Südtiroler Ärztekammer. <BR /><BR />Grundsätzlich möchte Dr. Astrid Marsoner klarstellen, dass man sich gewiss nicht Reformen im Gesundheitswesen verweigern wolle. Diese müssten jedoch im Sinne einer Qualitätssteigerung sein. „Man sollte Umstrukturierungen im Dialog mit den Zielgruppen planen, anstatt irgendwelche Konzepte von oben herab durchdrücken zu wollen“, bemängelt sie die aktuelle Vorgehensweise. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1306167_image" /></div> <BR />Mit den Neuerungen schaffe man Unsicherheiten und verliere das eigentliche Ziel aus den Augen. Anstatt die wohnortnahe Gesundheitsversorgung zu stärken, blute man die Peripherie aus, gibt Dr. Marsoner zu bedenken. <BR />Stein des Anstoßes ist vor allem die von Gesundheitsminister Orazio Schillaci angedachte Neuausrichtung für Allgemeinmediziner. Diese betrifft etwa eine Neuordnung des Berufsbildes mit entsprechenden vertraglichen Details sowie das Vorhaben, Allgemeinmediziner für die Dienste in den Gemeinschaftshäusern zu gewinnen. Erste Erfahrungen im bereits geöffneten Gemeinschaftshaus in Brixen würden die Sorgen bestätigen.<BR /><BR />Dr. Astrid Marsoner sieht zum einen die Gefahr von vertraglichen Benachteiligungen (etwa Mutterschaftsurlaub) für junge Mediziner gegeben, andererseits Ungleichgewichte infolge absehbarer Verschiebungen zwischen Freiberuflern und Ärztinnen und Ärzten im Angestelltenverhältnis. <BR /><BR />„Man sendet eine desaströse Botschaft, weil es so viele unbekannte Variablen gibt“, schließt Dr. Astrid Marsoner, die auch Vorstandsmitglied der Hausärztegewerkschaft SNAMI ist. Die Bedenken werden unterdessen auch von den beiden Fachgewerkschaften FIMMG und SMI mitgetragen.